Weltkirchenrat

„Thursdays in Black“ gegen Gewalt an Frauen

Seit mehreren Jahren ruft der Weltkirchenrat dazu auf, jeden Donnerstag als Zeichen gegen Gewalt an Frauen schwarze Kleidung zu tragen. Obwohl in vielen Ländern Maßnahmen gegen Gewalt an Frauen ergriffen werden, hat sich an ihrem Ausmaß kaum etwas geändert.

Diese Woche fällt der Donnerstag mit dem Internationalen Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen zusammen, weswegen die Hilfsorganisation „Brot für die Welt“ dazu aufruft, sich der Kampagne „Thursdays in Black“ anzuschließen.

„Donnerstags in Schwarz ist ein Zeichen für das kontinuierliche Engagement des Weltkirchenrats gegen alle Formen sexualisierter und geschlechtsbasierter Gewalt und für die Gleichberechtigung der Geschlechter“, sagt Dagmar Pruin, Präsidentin der deutschen Hilfsorganisation. „Leider hat die Kampagne in den mehr als zwanzig Jahren ihres Bestehens nichts von ihrer Aktualität verloren.“

Besonders junge Frauen betroffen

Eine von drei Frauen erleidet in ihrem Leben physische oder sexualisierte Gewalt durch einen Beziehungspartner oder – seltener – sexualisierte Gewalt durch einen Fremden – etwa 736 Millionen weltweit. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seien besonders viele junge Frauen zwischen 15 und 24 Jahren betroffen. Schon mit Mitte zwanzig habe jede vierte Frau Gewalt durch ihren Partner erfahren.

Frauen in Schwarz liegen auf dem Gehsteig, Aktion gegen Frauengewalt #NousToutes in Paris, Oktober 2021
APA/AFP/Geoffroy van der Hasselt
Aktion gegen Frauengewalt #NousToutes in Paris

In der Pandemie habe sich das Risiko wegen der Einschränkung der Bewegungsfreiheit und der Schließung von Gesundheitseinrichtungen weiter erhöht, mahnte „Brot für die Welt“. „Thursdays in Black“ (Donnerstage in Schwarz) ist eine Kampagne des Weltkirchenrats, die aus der Ökumenischen Dekade der Kirchen in Solidarität mit den Frauen (1988–1998) entstanden und zu einer internationalen ökumenischen Bewegung geworden ist.

Der Weltkirchenrat ist ein Zusammenschluss von 110 Kirchen, hauptsächlich orthodox und evangelisch, mit etwa 500 Millionen Gläubigen weltweit. Die römisch-katholische Kirche ist nicht Teil des Rats, arbeitet aber in einigen Bereichen mit ihm zusammen.

Brisant gerade in Österreich

Gewalt gegen Frauen ist auch in Österreich durch eine Reihe von aufsehenerregenden Femiziden ins Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit gerückt. Österreich ist europaweit das einzige EU-Land, in dem seit Jahren mehr Frauen ermordet werden als Männer. 28 Frauen wurden heuer von Männern ermordet – fünf davon allein in diesem Monat. Femizide sind aber nur die Spitze der Gewaltpyramide. Die Formen von Gewalt, die Frauen durch Beziehungspartner erleben, sind vielfältig – mehr dazu in Frauenmorde: Die vielen Gesichter der gelernten Gewalt.