GLOBAL 2000: Zehn Jahre nach Fukushima Ð AKW Kr?ko abschalten
GLOBAL 2000 / Christopher Glanzl
GLOBAL 2000 / Christopher Glanzl
Atomkraft

Katholische Aktion kritisiert Europäische Kommission

Die Vorsitzenden der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ) haben die Ankündigung der Europäischen Kommission kritisiert, Investitionen in Atomkraft und Gas als nachhaltig kategorisieren zu wollen. Es gebe keine „grüne Atomkraft“, so die KAÖ.

„Mit großer Besorgnis“ reagierte die KAÖ auf den Entwurf der EU-Kommission, demzufolge Energiegewinnung aus Erdgas- und Atomanlagen als klimafreundlich eingestuft werden soll. Selbst wenn dies nur unter Auflagen möglich sein sollte, verharmlost eine solche Kategorisierung die Gefahren der Atomkraft.

„Nicht der Ausbau, sondern die Reduktion von Atomkraftwerken weltweit muss das Ziel einer nachhaltigen und auf die nächsten Generationen schauenden Politik sein“, betonte das „Präsident:innenteam“ der offiziellen katholischen Laienbewegung in einer gemeinsamen Stellungnahme am Montag: „Atomkraft produziert hochgiftigen Müll, ist teuer und hochriskant.“

Greenwashing der Atomkraft

Auch Umweltministerin Leonore Gewessler warf Brüssel eine „Nacht-und-Nebel-Aktion“ vor. Die Atomkraft und das Verbrennen von fossilem Erdgas „zerstören die Zukunft unserer Kinder“. Österreich werde nicht davor zurückschrecken, rechtlich gegen die geplante Verordnung vorzugehen.

Die KAÖ reagierte mit Anerkennung: „Es stimmt uns positiv, dass die österreichische Bundesregierung und ausdrücklich die politischen Parteien gegen dieses ‚Greenwashing‘ der gefährlichen Atomenergie und gasförmiger fossiler Brennstoffe in der EU vorgehen wollen.“ Dass dies nicht selbstverständlich sei, zeige sich auch daran, dass andere EU-Staaten planen würden, die Nutzung der Atomkraft auszubauen bzw. wieder neu einzusteigen. Was mit dem Atommüll geschehen soll, sei jedoch „völlig unklar“.

Hohes Risiko nicht zu verantworten

Unabhängig vom Reaktortyp sei das Risiko unvorhergesehener Zwischenfällen in Atomkraftwerken immer groß. Das Argument der geringen Wahrscheinlichkeit werde „aufgehoben durch die schrecklichen großräumigen Zerstörungen, die eine Kernschmelze anrichtet“. Gerade in den dicht besiedelten Gebieten der EU würde eine solche Katastrophe „unermesslichen Schaden verursachen und ganze Landstriche für lange Zeit unbewohnbar machen“.

Derzeit feiere die Atomkraft in Europa ein Comeback. Die Mehrheit der EU-Staaten setzt auf sie als Mittel, um die vereinbarten Klimaziele zu erreichen, und befürwortet die Einstufung der Atomkraft als CO2-arme, grüne Energie und damit die Förderung moderner Atomkraftwerke in Europa. Österreich sowie das Nachbarland Deutschland, in dem zur Jahreswende drei veraltete AKWs abgeschaltet wurden und ein Ausstieg aus der Atomenergienutzung beschlossen wurde, lehnen das kategorisch ab.