Katholiken

Internationale Soldatenwallfahrt in Lourdes eröffnet

Mit einem Gottesdienst in der Maria-Empfängnis-Basilika im Heiligen Bezirk von Lourdes hat am Donnerstagabend die 62. Internationale Soldatenwallfahrt für die 180 österreichischen Pilgerinnen und Pilger begonnen.

Nach zwei Pandemiejahren kann die traditionsreiche Wallfahrt heuer wieder unter normalen Umständen stattfinden. Es sei aber eine Wallfahrt im Schatten der Ereignisse in der Ukraine: „Ein furchtbarer Krieg, mitten in Europa. Wir beten auch besonders für die Menschen und um dieses von dem Krieg so geplagte Land“, sagte Österreichs Militärbischof Werner Freistetter in seiner Begrüßung der heimischen Pilgergruppe in der Basilika.

Die heurige Wallfahrt finde in einem „Jahr großen Unglücks“ statt, „in dem etwas geschehen ist, dass wir seit Jahrzehnten nicht mehr für möglich gehalten haben“, so der Militärbischof. Das Besondere an der Soldatenwallfahrt sei aber seit jeher, „dass Soldatinnen und Soldaten miteinander aus verschiedenen Nationen zusammenkommen und für den Frieden beten“.

Hoffnung in Zeit des Kriegs

Die Wallfahrt sei heuer ein „besonderes Zeichen der Hoffnung“ in einer Zeit des Kriegs, hatte Freistetter im Vorfeld gegenüber Kathpress betont. Der Bischof verwies auch auf die Besonderheiten in Lourdes: Hier gebe es „Begegnung mit Menschen, die krank sind und Heilung erhoffen, durch Stärkung und Kraft“. Der Ort sei deswegen gekennzeichnet „von vielen Hoffnungen, Gebeten, Freude und Gemeinschaft“. Er lade alle ein, sich auf diesen Ort einzulassen, „jeder und jede auf seine oder ihre Weise“.

Wiedereröffnung des Heiligtums in Lourdes, Frankreich, am 11. Februar 2022
APA/AFP/Lionel Bonaventure
Wiedereröffnung des Heiligtums in Lourdes, Frankreich, am 11. Februar 2022

8.500 Pilger aus 38 Nationen

Insgesamt sind zu dieser bereits 62. Soldatenwallfahrt etwa 8.500 Militärangehörige aus 38 Nationen in den südfranzösischen Wallfahrtsort gekommen. Der offizielle Eröffnungsgottesdienst für die heimischen Pilgerinnen und Pilger findet am Freitag bei der Erscheinungsgrotte statt. Am selben Tag steht auch noch die Internationale Eröffnungsfeier sowie die Krankenprozession und Eucharistische Andacht auf dem Programm.

Am Samstag feiern die österreichischen Pilgerinnen und Pilger einen gemeinsamen Gottesdienst mit der schweizerischen Pilgergruppe. Am Abend findet dann die Lichterprozession, der traditionelle Höhepunkt der Wallfahrt, durch den Heiligen Bezirk zur Esplanade statt. Der Sonntag steht im Zeichen einer internationalen Messfeier in der unterirdischen Basilika Pius X. und einer Abschlussfeier.

Stark reduzierte Form

Die normalerweise jährlich stattfindende Soldatenwallfahrt nach Lourdes musste 2020 pandemiebedingt komplett abgesagt werden und konnte im vergangenen Jahr nur in stark reduzierter Form über die Bühne gehen. Sie entstand aus einer gemeinsamen Initiative französischer und deutscher Militärseelsorger.

Aus einer Pilgerfahrt französischer Soldaten im vorletzten Kriegsjahr 1944 entwickelte sich eine regionale, später nationale und internationale Bewegung. Österreichische Soldaten nehmen schon seit 1958 an der Wallfahrt teil.

Im Jahr 1862 wurde die Marienerscheinung von Lourdes offiziell von der katholischen Kirche anerkannt. Demnach erschien die Gottesmutter Maria im Jahr 1858 in der Massabielle-Grotte der 14-jährigen Müllerstochter und späteren Ordensfrau von der „Kongregation der Schwestern der Barmherzigkeit von Nevers“, Bernadette Soubirous. Sie wurde 1933 heiliggesprochen. Vor dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie pilgerten rund sechs Millionen Menschen jährlich nach Lourdes.