Deutschland

Belästigungsvorwurf: Rücktritt an deutschem Rabbiner-Kolleg

Nach Vorwürfen sexueller Belästigung am Abraham Geiger Kolleg in Potsdam gibt es weitere personelle Konsequenzen. Der geschäftsführende Direktor der School of Jewish Theology, Daniel Krochmalnik, hat seinen Rücktritt erklärt

Das bestätigte eine Sprecherin der Universität Potsdam am Dienstag auf Nachfrage. Zunächst hatten unter anderem das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“, die „Potsdamer Neuesten Nachrichten“ und die „Märkische Allgemeine“ berichtet. In einer Stellungnahme, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, heißt es von Krochmalnik unter anderem, dass die aktuelle Krise im Interesse der School einen personellen Neuanfang erfordere.

Nach einem Bericht der Zeitung „Welt“ zu Vorwürfen sexueller Belästigung eines Studenten durch einen Mitarbeiter des Abraham Geiger Kollegs hatte die Geschäftsführung eingeräumt, dass es weitere Vorkommnisse gegeben habe. Gegen einen Mitarbeiter seien bereits im Dezember 2020 und im Februar 2022 Vorwürfe wegen sexueller Belästigung erhoben worden.

Rektor ließ Ämter ruhen

Daraufhin sei das Arbeitsverhältnis Ende Februar beendet worden. Der Rektor des Kollegs, Walter Homolka, hatte angekündigt, seine Ämter vorerst ruhen zu lassen – darunter als stellvertretender Direktor der School.

Am Abraham Geiger Kolleg werden seit 1999 Rabbiner für jüdische Gemeinden in Deutschland und anderen Ländern ausgebildet. Inzwischen ist die renommierte Institution Teil der Universität Potsdam. Die Uni hat nach eigenen Angaben bereits im Frühjahr eine Untersuchungskommission eingesetzt. Sie soll „diverse Vorwürfe“ gegen Homolka und einen wissenschaftlichen Mitarbeiter prüfen. Die Kommission wird der Universität zufolge konkrete Empfehlungen und Vorschläge zum weiteren Vorgehen voraussichtlich bis August vorlegen.