Novembergedenken

Gedenken mit Lichtermarsch „Light of Hope“

Vor 84 Jahren, am 9. November 1938, sind in Wien Synagogen zerstört und Jüdinnen und Juden vertrieben und umgebracht worden. Mit dem Gedenkmarsch „Light of Hope“ wurde am Mittwochabend in der Wiener Innenstadt der Novemberpogrome gedacht.

Organisiert wurde der seit 2012 existierende Gedenkmarsch von der Jugendkommission der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Wien. Die junge Generation wolle aufzeigen, wie wichtig es sei, die Generationskette aufrechtzuerhalten, hieß es auf der Website der IKG Wien. Das Gedenken an die NS-Zeit und ihre Opfer sei nicht nur Teil der jüdischen Kultur, sondern eine Aufgabe und Verantwortung der gesamten Zivilgesellschaft.

Vor genau 84 Jahren wurden in Wien Synagogen zerstört und Jüdinnen und Juden vertrieben und umgebracht. Seit einigen Jahren wird von der Jüdischen Jugend Wiens ein Lichterzug organisiert. Dieser soll vom Heldenplatz starten und am Judenplatz enden.

Die Lichter der Hoffnung waren das Herzstück des Gedenkmarsches, zu dem die jüdische Jugend, alle Interessierten – ob jüdisch oder nicht, ob jung oder alt – einluden, um der Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken. Die Worte „Niemals vergessen“ standen im Zentrum der Veranstaltung.

Wachsende Teilhabe

Seitdem die Teilnahme am Gedenkmarsch allen offensteht, verzeichnet die IKG Wien eine wachsende Teilhabe und ein größeres mediales Interesse. Im Gedenkjahr 2018 wurden etwa 2.500 Teilnehmer und Teilnehmerinnen gezählt.

2020 und 2021 musste der „Light of Hope“ wegen der Covid-19-Pandemie ins Netz abwandern. Heuer wird der Gedenkmarsch wie gewohnt in physischer Präsenz begangen. Gestartet wird um 19.00 am Heldenplatz, beim Eingang vom „Haus der Geschichte“. Die Abschlusskundgebung des Gedenkmarsches wird am Judenplatz abgehalten.

Bischöfe gedachten mit Messe

Österreichs Bischöfe haben in einer Messe am Mittwoch der Novemberpogrome von 1938 gedacht. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden in Deutschland und Österreich Jüdinnen und Juden terrorisiert, verfolgt und mehrere hundert Menschen getötet – mehr dazu in Bischöfe gedenken der Novemberpogrome von 1938.

Bereits am Vormittag war anlässlich des Jahrestages der Novemberpogromnacht von den höchsten Vertreterinnen und Vertretern der heimischen Politik ein Kranz an der Shoah-Namensmauern-Gedenkstätte im Ostarrichipark niedergelegt worden.