Kinderrechte

Netzwerk: Kinderschutz heißt auch Klimaschutz

Kinder- und Klimaschutz müssen in Zukunft noch mehr zusammen gedacht werden. Darauf pocht das „Netzwerk Kinderrechte Österreich“, dem unter anderem die Katholische Jungschar Österreichs angehört.

„Kinderschutz heißt Klimaschutz“, lautete der allgemeine Tenor bei einem Pressegespräch des Netzwerks am Montag in Wien. „Eine saubere, gesunde und nachhaltige Umwelt ist sowohl ein Menschenrecht an sich, als auch eine Voraussetzung für die uneingeschränkte Wahrnehmung einer breiten Palette von Kinderrechten“, betonte Ingrid Pintaritsch als Vertreterin der Katholischen Jungschar.

Anlass war die Veröffentlichung der „Allgemeinen Bemerkungen Nr. 26 zu den Kinderrechten und der Umwelt, mit besonderem Fokus auf den Klimawandel“ (GC 26) als Erläuterung der UNO-Kinderrechtskonvention. Dieser Zusatz zur UNO-Konvention sei das Ergebnis jahrelanger Arbeit zur Beziehung von Rechten von Kindern und der Umwelt, sagte Pintaritsch.

Recht auf gesunde Umwelt

Insgesamt hatten 16.000 Kinder und Jugendliche in 121 Ländern an dem kinderrechtebasierten Ansatz für den Klimaschutz mitgearbeitet. Dieser stelle etwa das Recht auf Gesundheit und eine saubere und gesunde Umwelt in den Fokus.

Ebenso dürften Kinder nicht durch Greenwashing in die Irre geführt werden und Beschwerdemechanismen sollten für Kinder und Jugendliche besser zugänglich sein, so Pintaritsch, die bei der Katholischen Jungschar zuständige Referentin für das Thema Anwaltschaft ist.

Kinderrechte kein „good will“

„Durch die Klimakrise werden tagtäglich Kinderrechte verletzt“, betonte Rihab Toumi von der Bundesjugendvertretung, der gesetzlich verankerten Interessenvertretung von Menschen bis 30 Jahre in Österreich.

Kinder und Jugendliche würden von der Klimakrise unverhältnismäßig stark getroffen; „sie haben diese nicht verursacht, werden aber am längsten damit zu tun haben“, so Toumi. Es sei deswegen höchste Zeit, „endlich politisch wirksame Maßnahmen zu setzen“. Kinder seien als vulnerable Gruppe bei allen politischen Entscheidungen mitzubedenken, „nicht auf Basis von ‚good will‘, sondern als Recht“, so Toumi.

Kinder Teil des Klimaschutzes

Als „großen Wurf, der Kinder – und Klimaschutz konsequent zusammen denkt“, bezeichnete Sebastian Öhner von der Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien das GC26-Papier. In diesem seien spezifische Rechte enthalten, also die Anerkennung, dass Klima- und Kinderrechte eng zusammenhängen und es strukturierte Pläne brauche.

Jedes Gesetz müsse auf seine Vereinbarkeit mit Kinderrechten hin geprüft, und Kinder beim Klimaschutz immer mitbedacht werden, so Öhners Forderung. „Kinder sollen gesund aufwachsen können und brauchen saubere Umwelt“, das gelte nicht für die Kinder heute, sondern auch für zukünftige Generationen, so der Vertreter der Jugendanwaltschaft, „dieser Anspruch muss gewährleistet werden“.