Veranstaltung

Kathedrale von Canterbury verteidigt Stille Disco

Der Dekan von Canterbury hat eine stille Disco in der Kathedrale gegen Kritik verteidigt. Bei der Veranstaltung handle es sich nicht um einen „Rave im Kirchenschiff“, sie werde vielmehr der Geschichte der historischen Stätte gerecht, sagte Dekan David Monteith einer Mitteilung zufolge.

An den ausverkauften Veranstaltungen im Stil der 1990er-Jahre wollten am Donnerstag und Freitag insgesamt 3.000 Menschen teilnehmen, die über Kopfhörer Popmusik hören und dazu tanzen. Auf dem Programm standen etwa Hits von Vengaboys, Britney Spears, Spice Girls oder Eminem. Kritiker forderten mit einer Online-Petition das Aus der Party.

Bis Donnerstagabend hatten die Petition etwa 1.650 Menschen unterzeichnet. Sie betonen, „stille Discos“ gehörten in Clubs und nicht in die wichtigste christliche Kirche in England. Der Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, ist das geistliche Oberhaupt der Anglikanischen Kirche. Petitionsinitiator Cajetan Skowronski sagte, die Aktion werde junge Menschen nicht näher an Christus bringen. Vielmehr werde die Botschaft vermittelt, dass Christus und seine Kirche unwichtig seien und Unterhaltung mehr Aufmerksamkeit verdiene als Gott.

Dekan: Kathedralen Teil des Gemeinschaftslebens

Dekan Monteith hingegen betonte: „Kathedralen waren schon immer Teil des Gemeinschaftslebens.“ Das gehe über ihren Hauptzweck als christliche Zentren hinaus und gelte unabhängig davon, ob Menschen das Bauwerk als Gläubige, Touristen oder Teilnehmer von Veranstaltungen besuchten. „Es ist immer eine Freude zu sehen, wie sie diesen unglaublichen Ort neu und auf ihre eigene Art und Weise entdecken“, sagte Monteith.

In der Kathedrale von Canterbury finden zahlreiche Veranstaltungen statt, die nicht direkt mit Religion zusammenhängen, darunter klassische Konzerte, Lichtershows und Lego-Workshops. Noch im Februar sind weitere „stille Discos“ in anderen englischen Kathedralen wie Guildford, Ely und Chelmsford geplant.