Kalender

Valentinstag und Aschermittwoch am selben Tag

Heuer fallen Aschermittwoch und Valentinstag auf den selben Tag. Katholische Gläubige könnten in Zwiespalt geraten zwischen Festtag der Liebenden und Erinnerung an die Vergänglichkeit des Lebens. Beide Traditionen sind christlicher Herkunft.

Für Katholikinnen und Katholiken gilt der Aschermittwoch als strenger Fasttag und die Entscheidung zwischen Herz oder Aschekreuz, Festtag der Liebenden dürfte manchen schwerfallen. Viele Gemeinden handeln nach dem Prinzip entweder – oder. Aber auch beides ist möglich, wie ein nicht repräsentativer Blick in die Terminkalender der heimischen Pfarren und Diözesen zeigt.

Fest steht: Beide Traditionen sind christlicher Herkunft. Mit dem Aschermittwoch beginnt für Christen die 40-tägige Buß- und Fastenzeit. Strenge Regeln – so wie sonst nur am Karfreitag – sind für Gläubige an diesem Tag vorgesehen. Hält man sich an sie, so darf man an beiden Fasttagen nur einmal eine volle Mahlzeit zu sich nehmen. Auch Hochzeiten, Feste und Tanz sind an diesem Tag untersagt.

„Segnung der Liebenden“

Mehr Zeit für Gott und Mitmenschen – da gibt durchaus eine Verbindung zum Valentinstag. Der Brauch, an diesem Datum einem geliebten Menschen etwas zu schenken, leitet sich aus Heiligenlegenden und antiken Traditionen her. Das Gedenken gilt möglicherweise dem Valentin, der im dritten Jahrhundert als Bischof von Terni amtierte und um das Jahr 268 in Rom als Märtyrer starb. Vielleicht handelt es sich aber auch um den römischen Priester Valentin, der am 14. Februar 209 das Martyrium erlitt. Trotz eines Verbotes des Kaisers soll er Liebespaare nach christlichem Zeremoniell getraut haben.

Ein Blumenstrauß
APA/Helmut Fohringer
Viele Pfarren werden Aschermittwoch und Valentinstag gerecht

Bereits traditionell findet am Valentinstag die „Segnung der Liebenden“ mit Dompfarrer Toni Faber im Wiener Stephansdom statt, heuer bedingt durch den Zusammenfall mit dem Aschermittwoch bereits Montag – mehr dazu in Valentinstag mit Gottes Segen feiern. Im Anschluss an den Gottesdienst sind alle Teilnehmenden eingeladen, Gottes Segen in einem persönlichen Gebet mit Handauflegung zu erfahren und „als sichtbares Zeichen ihrer Liebe“ eine Kerze auf den Altar stellen, heißt es von Seite der Dompfarre.

„Blumen und Asche“ Symbole

Direkt am 14. Februar öffnet der Segensraum im Wiener Schottenstift der Liebe ein Tor – auch wenn Valentinstag und Aschermittwoch auf den ersten Blick so gar nicht zusammenpassen würden, wie die Mitarbeitenden der im Stift angesiedelten Gesprächsinsel anmerkten: Es gebe sehr wohl eine Verbindung zwischen „Blumen und Asche“ als Symbole für den Traum von lebenslangem Liebesglück und die Erinnerung, dass alles im Leben vergänglich ist.

Von 12.00 bis 17.00 Uhr erwarten Interessierte dazu im „Segensraum“ in der Romanischen Kapelle des Schottenstifts (1010 Wien, Freyung 6a) einige Stationen, darunter Segensgebete und Kerzen zum eigenen Gestalten. Zudem besteht auch die Möglichkeit, das Aschenkreuz zu empfangen.

In mehreren österreichischen Städten bietet die katholische Kirche heuer wieder „Aschenkreuze to go“ – also zum Mitnehmen – an. Am Aschermittwoch (14. Februar) wird es etwa in Wien, Graz, Salzburg, Kufstein, Linz, Klagenfurt, Dornbirn, Innsbruck und Bludenz möglich sein, das „Aschenkreuz für Eilige“ unter dem Motto „Ash to go“ zu empfangen.

Eine Gläubige bekommt ein Aschenkreuz auf die Stirn
APA/dpa/Caroline Seidel
Mit dem Aschenkreuzritus wird am 14. Februar die 40-tägige Fastenzeit eingeleitet

Mit dem Aschenkreuzritus wird am 14. Februar die 40-tägige Fastenzeit eingeleitet. Der Ritus steht an diesem Tag im Zentrum des feierlichen Gottesdienstes. Mit der Initiative „Ash to go“ kommt die Segnung auch zu ungewöhnlichen Orten. Mit der Aktion wolle man ganz bewusst Menschen dort abholen, wo sie unterwegs sind und auch jene ansprechen, die sonst nicht in die Kirche kommen, hieß es vonseiten der Diözesen.

Aschenkreuz to go"

In Wien ist „Ash to go“ mittlerweile zur Tradition geworden, wie die Erzdiözese Wien mitteilte. Im „Raum der Stille“ am Wiener Hauptbahnhof können sich Vorbeikommende zwischen 7.00 Uhr und 19.00 Uhr ein Aschenkreuz auflegen lassen. Auch vor der Schnellbahn-Haltestelle Oberdöbling (S45) haben Passanten und Fahrgäste zwischen 10.30 und 12 Uhr sowie zwischen 17.00 und 18.00 Uhr die Möglichkeit, sich segnen zu lassen.

Im Cafe Caspar im neunten Wiener Gemeindebezirk haben Gäste zusätzlich zum „Ash to go“ ganztägig die Chance, am „Fastenglücksrad“ zu drehen. In der Wiener Innenstadt hat das mobile Aschenkreuz am Karlsplatz, in der Nähe der Karlskirche, einen Standort – die Segnungen finden zwischen 10.30 und 12.00 Uhr sowie zwischen 17.00 und 18.00 Uhr statt. Im Wiener Stephansdom wird das „Aschenkreuz für Eilige“ um 10.00 Uhr und 15.00 Uhr gespendet. Um 17.00 Uhr wird es speziell für Kinder eine Segnung geben.

Einladung zum Innehalten

Die katholische Stadtkirche Graz will auch heuer wieder im Rahmen der Aktion mit Menschen darüber ins Gespräch kommen, „was Fastenzeit in Zeiten multipler Krisen für die Menschen bedeutet“, wie es auf der Website heißt. In Graz wird das „Aschenkreuz to go“ etwa am Bauernmarkt am Kaiser-Josef-Platz, hinter dem Grazer Opernhaus (9.00 bis 12.00 Uhr), im Citypark am Lazarettgürtel (10.00 bis 13.00 Uhr) oder im Murpark (10.00 bis 12.00 Uhr und 15.00 bis 18.00 Uhr) gespendet.

Am Weg zur Uni, Arbeit oder Schule lädt die Erzdiözese Salzburg zum „Aschenkreuz to go“ in die Einrichtung „Offener Himmel“ in der Franziskanergasse 3 und in die Kirche St. Andrä am Mirabellplatz in Salzburg ein (9.00 bis 17.00 Uhr). „Mit unserer Aktion wollen wir an gut erreichbaren Plätzen zum Innehalten einladen und auch jene erreichen, die im Alltagsstress auf den Beginn der Fastenzeit vielleicht vergessen hätten“, erklärte Dominik Elmer, Leiter des Offenen Himmels, in einer Aussendung. Auch in Kufstein wird das „Aschenkreuz für Eilige“ gespendet: am Kreisverkehr beim Stadtpark zwischen 11.00 und 13.00 Uhr und von 15.00 bis 17.00 Uhr.

Gottesdienste und Aschenritus

Unter dem Motto „Lass Schweres los und finde Leichtigkeit“ ist die Linzer Citypastoral auf der Landstraße vor der Ursulinenkirche aktiv. Zwischen 14.00 und 16.00 Uhr und um 19.00 Uhr werden das Aschenkreuz und Impulskarten verteilt. In Dornbirn lädt die Pfarrkirche Bruder Klaus (Schorenquelle 5) zwischen 11.45 und 12.15 ein, sich mit einer „Asche to go“ segnen zu lassen. Zwischen 10.00 und 12.00 Uhr wird es die „Asche to go“ auch in der Altstadt Bludenz zu holen geben. In Klagenfurt wird das Aschenkreuz in der Domkirche zwischen 12.00 und 16.00 Uhr gespendet und in Innsbruck vor der Spitalskirche von 17.00 bis 19.00 Uhr.

Der angestammte Platz des Aschenritus ist der Gottesdienst zu Beginn der Fastenzeit, der in allen heimischen Pfarren gefeiert wird. Der feierlichen Aschermittwochmesse am 14. Februar um 18.00 Uhr im Wiener Stephansdom steht Kardinal Christoph Schönborn vor. Im Salzburger Dom feiert Erzbischof Franz Lackner um 19.00 Uhr die Aschermittwochliturgie mit anschließender Aschenkreuzauflegung.

Benefizsuppenessen

In Bregenz leitet Bischof Benno Elbs zwischen 11.00 und 12.00 Uhr bei trockener Witterung den Auftakt zur Fastenzeit vor der Seekapelle in der Rathausstraße 4 mit der Kirchengemeinde ein. Anschließend wird die Wort-Gottes-Feier mit Ascheritus in der Seekapelle gefeiert. Abgerundet wird die Feier bei einem Benefizsuppenessen zugunsten eines Frauenprojekts im Bregenzer Landhaus.

Im Mariendom Linz hält Bischof Manfred Scheuer den Aschermittwochgottesdienst um 18.15 Uhr. In der Domkirche Klagenfurt feiert Bischof Josef Marketz die Heilige Messe mit Spendung des Aschenkreuzes um 19.00 Uhr im Mariendom. Die bischöfliche Aschenkreuzfeier mit Bischof Alois Schwarz wird um 19.00 Uhr in der Domkirche St. Pölten zelebriert.