Kruzifix und Kerzen, Symbolbild Ostern
Getty Pictures/Christophe Lehenaff
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Ostern

Das wichtigste Fest der Christen

Christinnen und Christen in aller Welt gedenken in der Karwoche und zu Ostern der Botschaft vom Kreuz und von der Auferstehung von Jesus Christus. Ostern ist das wichtigste und höchste Fest der Christenheit.

Das Erinnern an Leiden, Tod und Auferstehung Christi stellt den Höhepunkt des Kirchenjahres dar. Ostern geht auf die früheste Zeit der Kirche zurück und ist das ritenreichste aller christlichen Feste. Seit dem Konzil von Nizäa (325 n. Chr.) wird Ostern alljährlich am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert.

Ostern ist daher ein bewegliches Fest, der Termin liegt grundsätzlich zwischen dem 22. März und dem 25. April. Heuer fällt der Ostersonntag auf den 31. März. Da die orthodoxe Kirche der Kalenderreform unter Papst Gregor XIII. (1502–1585) im Jahr 1582 nicht folgte, feiern Ost und West zumeist an unterschiedlichen Tagen. Das eigentliche Osterfest ist vor dem Hintergrund der Pessach-Feier entstanden, mit dem die Juden den Auszug des Volkes Israel aus der Sklaverei Ägyptens feiern.

Osterfeuer und Osterkerzen

Höhepunkt ist normalerweise die Osternacht in der Dunkelheit zwischen Samstagabend und Sonntagfrüh. Bereits im 6. Jahrhundert begann die Osterliturgie in den Abendstunden des Samstags. Zu Beginn der Feier werden zunächst Osterfeuer und Osterkerzen gesegnet. Das Feuer gilt dabei als Symbol für die Sonne, die erst Leben ermöglicht.

Osterfeuer
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Osterfeuer sind ein beliebter Brauch vor allem in ländlichen Gegenden

Nach dem Wortgottesdienst mit bis zu sieben Lesungen aus dem Alten Testament ertönen dann die seit Gründonnerstag verstummten Glocken und die Orgel wieder zum Lobgesang des Gloria. Nach Möglichkeit wird in der Osternacht das Sakrament der Taufe gespendet.

Frauen Zeuginnen der Auferstehung

Nirgends in der Bibel ist die Auferstehung selbst „beschrieben“. Es gibt aber die Berichte über Erscheinungen des auferstandenen Jesus, über die Auffindung des leeren Grabes und die Kunde eines Engels von der Auferstehung. In allen vier Evangelien steht, dass der Stein vor dem Grab weggerollt ist oder von einem Engel weggerollt wird. Die ersten, die das sehen und bezeugen, sind drei Frauen beziehungsweise eine Frau, die die Neuigkeit dann den Jüngern berichten.

Christinnen und Christen ist die Auferstehung Jesu Gewähr dafür, „dass am Ende das Leben über den Tod, die Wahrheit über die Lüge, die Gerechtigkeit über das Unrecht, die Liebe über den Hass und selbst den Tod siegen wird“, wie es im deutschen Erwachsenenkatechismus heißt.

Ursprung im Altgermanischen

Etymologisch leitet sich das deutsche Wort „Ostern“ vom altgermanischen „Austro“ oder „Ausro“ für „Morgenröte“ ab, das eventuell ein germanisches Frühlingsfest bezeichnete und sich im Althochdeutschen zu „ostarun“ fortbildete. Der Wortstamm ist mit altgriechisch „eos“ („Sonne“) verwandt. „Eostra“ ist erstmals 738 beim angelsächsischen Benediktinergelehrten Beda Venerabilis belegt. Er vermutete hinter diesem Wort eine angelsächsische Lichtgöttin, der der Monat April – angelsächsisch „Eosturmanoth“ – seinen Namen verdankt.

Osterspaziergang, Familie
APA/dpa/dpaweb/dpa/A3730 Federico Gambarini
Osterspaziergang

Im deutschen Sprachraum setzte sich der Begriff Ostern (wie das engl. „easter“) gegen das in anderen Regionen gebräuchliche „pasche“ durch (von aram. „pas-cha“; vgl. frz. „paques“ bzw. span. „pascua“, aber auch schwed. „pask“ und türk. „Paskalya“ für Ostern).

Emmaus-Geschichte und Osterspaziergang

Am Ostermontag steht die Emmaus-Geschichte im Mittelpunkt: Zwei Jünger gehen in tiefer Trauer über Jesu Tod von Jerusalem zu dem Dorf Emmaus. Unterwegs gesellt sich Jesus zu ihnen, doch sie erkennen ihn lange nicht. Hier zeigt sich Jesus nach biblischer Überlieferung erstmals nach seiner Auferstehung den Jüngern. Viele führen den Brauch des Osterspaziergangs auch auf diese biblische Geschichte zurück.

Seit dem zweiten Jahrhundert erstreckt sich die Feier des Osterfests über einen Zeitraum von 50 Tagen und endet mit Pfingsten, dem Fest des Heiligen Geistes. 40 Tage nach Ostern wird das Fest Christi Himmelfahrt gefeiert. Bis dahin war Jesus nach seiner Auferstehung immer wieder mit seinen Jüngern zusammen, berichten die Evangelien.