Helmut Eder

ORF/Cinevision

„Laufen für die Seele“

Triathlon und Extremlangstreckenläufe sind das Hobby von Helmut Eder. Seit sein Geschichtelehrer in der Schule von der Schlacht von Marathon und dem anschließenden Lauf des Pheidippides erzählte, ist der Obdachlosen- und Gefängnisseelsorger von dieser Art des Langstreckenlaufs fasziniert.

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ORF

Sendungshinweis

FeierAbend, Fronleichnam, 31.5.2018, 19.52 Uhr, ORF 2

Laufen ist für den Linzer jedoch mehr als sportliche Betätigung, wie die von Robert Neumüller gestaltete „FeierAbend“-Ausgabe „Laufen für die Seele“ zu Mariä Himmelfahrt am Mittwoch, dem 15. August 2018, um 19.52 Uhr in ORF 2 zeigt:

Es ist eine Form der Gottesbegegnung, seine persönliche Art der Meditation. Der Glaube hilft ihm, mit Niederlagen umzugehen und dafür dankbar zu sein. Nicht die sportlichen Erfolge, sondern die Bewältigung der Misserfolge hätten ihn reifen lassen, sagt er.

Helmut Eder

ORF/Cinevision

Das Verwandeln vom sogenannten Scheitern in Stärke gilt für ihn als ein wesentlicher Teil seines Glaubens. Im Sport holt sich der dreifache Familienvater jedoch Kraft, um sich für Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen, zu engagieren.

„An die Ränder soll man gehen!“, sagt Papst Franziskus. Er meint die Kirche – und dass sie vor allem bei denen sein soll, die es im Leben am schwersten haben. Diese Botschaft nimmt Helmut Eder sehr ernst. Sein eigener Weg war keineswegs vorgezeichnet.

Aus einer Tiroler Arbeiterfamilie stammend, war Kirche für Helmut Eder lange kein Thema. Erst als er als Jugendlicher eher zufällig mit einer Jugendgruppe nach Taizé gefahren ist, hat Kirche für ihn an Bedeutung gewonnen. Als er sich schließlich dazu entschloss, ins Priesterseminar einzutreten, stieß er zunächst auf großes Unverständnis.

Helmut Eder absolvierte neben dem Theologiestudium auch eine psychotherapeutische Ausbildung und entschied sich schließlich doch für eine Familie und gegen das Priestersamt – nicht jedoch gegen die Seelsorge.

Ende Juli hat Helmut Eder wieder an einem Wettkampf – an einem Triathlon – teilgenommen: „Ich mache Wettkämpf nicht, um zu gewinnen, sondern um meine Grenzen auszuloten und für mein Training eine Motivation zu haben“, betont der Obdachlosenseelsorger. Grenzen nämlich gebe es nur ihm Kopf – man kann und müsse sie nur überwinden.