Maria Katharina Moser

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Auf Luthers Spuren: Maria K. Moser neue Direktorin der Diakonie

Auf Luthers Spuren: Maria K. Moser neue Direktorin der Diakonie | Michael Chalupka: „Politiker-Bashing gefährdet Demokratie“ |

Sendungsprofil Orientierung

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Sendungshinweis

„Orientierung“ am Sonntag, 09.09.2018, 12.30 Uhr, ORF 2 und am 12.09.2018, 08.20 Uhr, ORF III und am 15.09.2018, 11.30 Uhr, ARD-alpha

Auf Luthers Spuren: Maria K. Moser neue Direktorin der Diakonie

“Alle Menschen sind gleich viel wert, unabhängig von ihrem Geburtsort, Reisepass oder Geschlecht”. Worte der Wertschätzung formuliert Maria Katharina Moser anlässlich ihres Amtsbeginns als neue Direktorin der Diakonie in Österreich.

Eine Position, die sie durchaus auch als "Predigtstelle auf einer Kanzel in der Gesellschaft” verstehen möchte.

Die evangelische Diakonie ist ein Netzwerk aus zahlreichen Organisationen, die u.a. in der Altenbetreuung, in der Pflege, in der Flüchtlingshilfe, im Dienst an Behinderten und in der Kinderbetreuung tätig sind. Rund 9.000 Menschen – drei Viertel davon sind Frauen - haben hier eine hauptamtliche Beschäftigung.

Im Gespräch mit der “Orientierung” erzählt Maria Katharina Moser auch aus ihrer eigenen Biographie. Römisch-katholisch getauft, in Oberösterreich aufgewachsen, studierte sie katholische Theologie.

Nach Lehrtätigkeiten im universitären Bereich arbeitete sie viele Jahre in der TV-Religionsredaktion des ORF. In dieser Zeit reifte die Entscheidung, evangelisch zu werden. Sie studierte evangelische Theologie und wurde zur Pfarrerin ordiniert.

Seit 1. September ist sie nun – in der Nachfolge von Michael Chalupka – Direktorin der Diakonie. „Luthers Erfahrung der Befreiung” wünscht sie sich heute für die Gesellschaft: „Zuerst kommt die Wertschätzung, das Angenommensein”. Aus diesem Angenommensein könnten Menschen Kraft schöpfen, um auch ihren eigenen Beitrag für ein gelingendes Zusammenleben zu leisten, ist Moser überzeugt.

Bericht: Marcus Marschalek, Länge: 6 Minuten

Michael Chalupka: „Politiker-Bashing gefährdet Demokratie“

24 Jahre lang war Michael Chalupka Direktor der Diakonie, seit Anfang September ist er für einen speziellen Bereich der evangelischen Hilfsorganisation zuständig: Der 58-Jährige hat als Karenzvertretung die Geschäftsführung der „Diakonie Bildung“ übernommen. Im Interview mit ORF-Religion-Redakteurin Sandra Szabo kritisiert Chalupka die Einführung der so genannten „Deutschförderklassen“, in denen Schulanfänger und Quereinsteiger mit Sprachproblemen auf den Regelunterricht vorbereitet werden sollen. Da gebe es bessere Möglichkeiten. Als „Ausfluss einer Ideologie“ bezeichnet der langjährige Direktor der Diakonie das aktuelle Modell. Während der mehr als zwei Jahrzehnte als Diakonie-Direktor hat Chalupka immer wieder politische Entscheidungen kritisiert. Im Rückblick meint er, es sei ihm in der Auseinandersetzung mit Politikerinnen und Politikern immer wichtig gewesen, nie auf die persönliche Ebene zu gehen, sondern um die Sache zu ringen. „Wovon ich gar nichts halte, ist Politiker-Bashing, das ist zutiefst demokratiegefährdend“, betont Chalupka.

Bericht: Sandra Szabo, Länge: 5 Minuten

50 Jahre Medellín: Eine Konferenz verändert die Kirche

Vor 50 Jahren trat in der kolumbianischen Stadt Medellín die Zweite Generalversammlung des Lateinamerikanischen Bischofsrates (CELAM) zusammen. Sie wurde zu einem Schlüsselereignis in der jüngeren Geschichte der katholischen Kirche. Denn in Medellín bildete sich eine spezifisch lateinamerikanische Kirche heraus, die sich den Problemen und Herausforderungen des Kontinents stellen wollte. Die später so genannte „Option für die Armen“ wurde zum leitenden Gedanken; die Theologie der Befreiung – in der Folge heftig umstritten - erhielt in Medellín wesentliche Impulse. In der „Orientierung“ erzählt und schildert u.a. Olga Alvarez, die die Konferenz als Sekretärin aus der Nähe miterlebt hat, ihre Erinnerungen an die Ereignisse vor einem halben Jahrhundert.

Bericht: Christian Rathner, Länge: 10 Minuten

Glaube vor Vernunft? „Kindeswohl“ im Kino

Vor wenigen Tagen ist ein bemerkenswerter Film in österreichischen Kinos angelaufen. Der englische Titel, „The Children Act“, bezieht sich auf ein Gesetz zur Wahrung der Rechte von Minderjährigen. „Kindeswohl“ heißt der Film auf Deutsch. Er handelt von einer unbestechlichen Richterin an einem Londoner Familiengericht. Sie steckt in schweren privaten Turbulenzen, als sie zu entscheiden hat, ob ein an Leukämie erkrankter minderjähriger Zeuge Jehovas Bluttransfusionen erhalten soll, obwohl er und seine Familie das ablehnen. Emma Thompson spielt die Richterin; der Film basiert auf einer Romanvorlage des Erfolgsautors Ian McEwan, der auch das Drehbuch verfasst hat.

Bericht: Christian Rathner, Länge: 5 Minuten

Moderation: Sandra Szabo
Redaktionsleitung: Norbert Steidl