Mexiko Migranten

APA/AFP/Pedro Pardo

Karawane der Verzweifelten: Tausende Migranten in Mexiko

Karawane der Verzweifelten: Tausende Migranten in Mexiko | Not schläft nicht: Caritas-Hilfe für Jugendliche ohne Obdach | Bruder mit Botschaft: „Nachwuchs“ für Steyler Missionare | Cool mit Kopftuch? US-Ausstellung über muslimische Mode

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ORF

Sendungshinweis

25.11.2018, 12.30 Uhr, ORF 2 am 28.11.2018, 08.40 Uhr, ORF III und am 01.12.2018, 11.30 Uhr, ARD ALPHA

Karawane der Verzweifelten: Tausende Migranten in Mexiko

Seit Mitte Oktober sind mehr als 10.000 Migrantinnen und Migranten – hauptsächlich aus Honduras, aber auch aus El Salvador und Guatemala – in ganz Mexiko unterwegs, um in wochenlangen Fußmärschen an die US-amerikanische Grenze zu gelangen.

Dort sollen, wie auch von US-Präsident Trump angekündigt, an die 6000 US-Soldaten die Grenze sichern. Eine wichtige Rolle bei der Versorgung der Menschen auf der Flucht – meist vor Gewalt und Armut in ihren Heimatländern – spielen auch christliche Netzwerke.

Und der katholische Priester Alejandro Solalinde: Er ist – als weithin geschätzter Menschenrechtsaktivist – schon seit vielen Jahren für Migrantinnen und Migranten im Einsatz.

In der aktuellen Situation versucht er, eine vermittelnde Rolle zu spielen. Sein Bemühen, die Migranten-Karawane dazu zu bewegen, in Mexiko zu bleiben und auf den Marsch an die US-Grenze zu verzichten, war allerdings nicht von Erfolg gekrönt.

Bericht: Leo Gabriel, Länge: 7 Minuten

Not schläft nicht: Caritas-Hilfe für Jugendliche ohne Obdach

Fünf Zimmer, elf Betten, einige engagierte Sozialarbeiter und junge Menschen - Mädchen und Burschen zwischen 14 und 20 - die den Boden unter den Füßen verloren haben:

Darum geht es in der Caritas-Einrichtung a_way in Wien-Ottakring. Manche der Jugendlichen, die in dieser Notschlafstelle kurzfristig Zuflucht suchen, haben keine Eltern mehr, andere haben das Vertrauen zu Vater und Mutter verloren und wollen nicht mehr nach Hause.

Aber es sind auch junge Menschen hier, die sich und anderen zeigen wollen, dass sie ihr Leben allein meistern können: „Mein Vater konnte mir keinen Schlafplatz geben,“ erzählt etwa Christoph. Mit 17 ist er auf der Straße gelandet. „Meinem Vater tut es sicher weh. Er glaubt an mich. Er glaubt, dass ich mein Leben stabilisiere, dass ich auf meinen eigenen Beinen stehen werde“, so Christoph, der – trotz widriger Umstände – seinen Lebensweg gehen möchte.

Bericht: Zoran Dobric, Länge: 5 Minuten

Bruder mit Botschaft: „Nachwuchs“ für Steyler Missionare

Wie viele Orden in Europa kämpfen auch die Steyler Missionare mit „Nachwuchssorgen“. Wenn sich ein junger Mann entschließt, in den katholischen Orden einzutreten, dann meist mit der Option, Priester zu werden.

Mit Emanuel Huemer, einem Theologen aus Wien, legt seit Jahrzehnten wieder ein junger Mann aus Österreich die ersten Gelübde ab, der nicht als Pater – als Priester - sondern „nur“ als Bruder im Orden tätig sein will. Sein Ziel ist es, nach Mexiko zu gehen und dort als Steyler Missionar zu arbeiten.

Doch vorerst lebt er im Missionshaus St.Gabriel, zusammen mit Brüdern und Priestern. Mit einem Bruder hat er sich besonders angefreundet: mit dem 81-jährigen Fritz Tremp. Seit 57 Jahren lebt er bereits in St. Gabriel bei Mödling und wird dort als Tischlermeister von seinen Ordenskollegen sehr geschätzt.

Nicht jeder Bruder konnte das in der Vergangenheit sagen, denn bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil gab es eine strenge Zweiklassengesellschaft: Priester sollten mit Brüdern wenig Kontakt haben, gelegentlich wurden sie auch zu „einfachen Hilfsdiensten“ genötigt. Das hat sich geändert. Doch bis heute bleiben den Brüdern höhere Ämter im Orden verwehrt.

Bericht: Gundi Lamprecht, Länge: 7 Minuten

Cool mit Kopftuch? US-Ausstellung über muslimische Mode

Wohl kaum ein Kleidungsstück hat in den vergangenen Jahren so viel Aufregung verursacht wie der Hidschab, das Kopftuch, das weltweit von Millionen Musliminnen getragen wird. Was für die einen Tradition und Ausdruck der eigenen Glaubenshaltung gleichermaßen ist, bietet anderen eine willkommene Projektionsfläche für Vorurteile.

Nicht von ungefähr kommen so auch die Bestrebungen populistischer Politik, mit Kopftuchverboten – meist mit dem Verweis auf das Kopftuch als „Zeichen der Unterdrückung“ - politisch zu „punkten“. Und tatsächlich gibt es ja z.B. in Saudi-Arabien und im Iran gesetzliche Vorschriften, die einen „Kopftuchzwang“ für Frauen vorschreiben.

Für viele Musliminnen – gerade im Westen - ist der Hidschab hingegen nicht zuletzt Fashion-Statement, für einige gar ein „feministisches Signal“. Genau das thematisiert derzeit eine viel beachtete Ausstellung in San Francisco: „Contemporary Muslim Fashions“ zeigt, wie kreativ und vielfältig Mode für Musliminnen sein kann und – wie mutig und selbstbewusst muslimische Frauen für „ihre Sicht der Welt“ eintreten.

Bericht: Alexander W. Rauscher, Länge: 8 Minuten

Moderation: Sandra Szabo
Redaktionsleitung: Norbert Steidl