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Weil jeder Moment zählt: MOMO – Wiens mobiles Kinderhospiz

Weil jeder Moment zählt: MOMO – Wiens mobiles Kinderhospiz | 50 Jahre Diözese Feldkirch: „Ein Jubiläum für alle“ | Park + Pray: „Tank Stille für die Seele“ | Amazonas-Synode 2019: Neue Wege der Evangelisierung

Sendungsprofil Orientierung

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Sendungshinweis

am 02.12.2018, 12.30 Uhr, ORF 2
am 05.12.2018, 08.20 Uhr, ORF III

Weil jeder Moment zählt: MOMO – Wiens mobiles Kinderhospiz

Emilia klettert gerne und spielt oft mit einer Klangschale. Das Mädchen hat eine sehr seltene, schwere Stoffwechselerkrankung. So hat die Sechsjährige bereits viele Krankenhausaufenthalte hinter sich. Die Krankheit wurde erst diagnostiziert, als sie eineinhalb Jahre alt war. Für die damals behandelnden Ärzte galt sie bald als „austherapiert“. Es hieß, sie würde nicht mehr lange leben.

Doch Emilia gehe es gut, ihr Zustand sei momentan stabil, erzählt ihre Mutter Elisabeth Sechser. Betreut und begleitet wird die Familie von „MOMO – Wiens mobilem Kinderhospiz“. So kommt etwa regelmäßig Monica Müller zu Elisabeth Sechser und ihrer Tochter, hilft Emilia beim Anziehen, bleibt bei ihr, damit ihre Mutter auch ein wenig freie Zeit hat.

MOMO ist vor fünf Jahren gegründet worden, als gemeinsame Initiative von Caritas, Caritas Socialis und der mobilen Kinderkrankenpflege MOKI-Wien. Das multiprofessionelle MOMO-Team betreut derzeit rund 70 Familien zu Hause. Neben den betroffenen Kindern werden auch Geschwisterkinder, Eltern und Großeltern begleitet.

Das Angebot reicht von medizinischer Versorgung über die professionelle Pflege bis hin zur physiotherapeutischen Behandlung. Darüber hinaus sind auch Psychologinnen, Sozialarbeiterinnen und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen unter dem Leitspruch „weil jeder Moment zählt“ im Einsatz. MOMO finanziert sich ausschließlich durch Spenden und wird seit vielen Jahren von „Licht ins Dunkel“ unterstützt. Die ORF-Spendenaktion startet heuer am 2. Dezember, dem ersten Adventsonntag, unter dem Motto: „Zeit für Licht ins Dunkel“.

Bericht: Sandra Szabo, Länge: 7 Minuten

50 Jahre Diözese Feldkirch: „Ein Jubiläum für alle“

Vor 50 Jahren, am 8. Dezember 1968, wurde mit der päpstlichen Bulle „Christi caritas“ die Diözese Feldkirch – zuständig für das Bundesland Vorarlberg - als eigenständige Diözese errichtet. Es war eine Zeit, in der viele Menschen die katholische Kirche als durchaus mächtige Volkskirche, mit quasi “automatischer” Zugehörigkeit, wahrnahmen.

Aber das hat sich in den folgenden fünf Jahrzehnten gründlich geändert: Heute sind viele Gläubige auf der Suche nach individueller Spiritualität. Gottesdienstbesuche oder ein Mitleben in den Pfarren sind nicht mehr selbstverständlich.

“Der Mitgliederschwund schmerzt”, sagt Martin Fenkhart, Pastoralamtsleiter der Diözese Feldkirch, im Interview mit der „Orientierung“. Doch ein “Rückzug in die kleine, erlesene Gruppe” soll nicht die Antwort sein. In Vorarlberg haben daher Katholikinnen und Katholiken zum “Jubiläum für alle” geladen.

“Die eigenen Grenzen überschreiten, hinausgehen, in Dialog treten”, das hat man sich zum 50. Jahrestag der Gründung der Diözese als Programm vorgenommen und damit in zahlreichen Veranstaltungen positive Erfahrungen gesammelt.

Der Anspruch: Es soll ein Dialog sein, der “nicht bekehren will”, kein “Überzeugungsziel vor Augen hat”, “niemanden ausschließen” und schließlich “in ein Miteinander führen soll", formulieren es Verantwortliche in der Kirchenleitung. Und noch etwas ist den Vorarlberger Katholikinnen und Katholiken zum Jubiläum wichtig, erklärt Bischof Benno Elbs: “Der vorrangige Ort der Kirche ist bei den Armen, bei denen, die Hilfe brauchen.”

Bericht: Marcus Marschalek, Mitarbeit: Joachim Neger; Länge: 8 Minuten

Park + Pray: „Tank Stille für die Seele“

Ein Parkplatz direkt am Zielort – das ist für Autofahrer, gelegentlich auch für Zweiradbesitzer, nicht immer einfach.

Auch potentielle Kirchenbesucher sind davon betroffen. Genau deshalb hat die Erzdiözese Wien eine Initiative gestartet: Vor zwölf katholischen Gotteshäusern hat man so genannte „Park + Pray“-Plätze eingerichtet: Parkplätze direkt vor Kirchen, die mit einer blauen Bodenmarkierung und einer Tafel extra gekennzeichnet sind.

Zum Vorbeischauen, Innehalten und Beten – außerhalb der Gottesdienstzeiten - will die Initiative einladen. Die „Orientierung“ war bei der Einweihung eines „Park+ Pray“-Platzes vor der Erlöserkirche in Wiener Neustadt dabei.

Bericht: Marcus Marschalek, Länge: 2 Minuten

Amazonas-Synode 2019: Neue Wege der Evangelisierung

Noch laufen die Vorbereitungsarbeiten für eine Sondersynode unter dem Titel „Amazonien – neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie“, die im Herbst 2019 im Vatikan stattfinden wird. Doch ein 16-seitiges Vorbereitungsdokument weist schon jetzt recht deutlich darauf hin, worum es gehen soll: Durch Raubbau verursachte Umweltschäden im Amazonasgebiet und deren soziale Folgen stehen im Mittelpunkt der Synode.

Von einem als Fortschritt verbrämten „ungezähmten Neokolonialismus“ ist die Rede, von einem Recht der rund 390 indigenen Völker Amazoniens auf „soziale und kulturelle Entwicklung“ und dem Schutz der Identität der angestammten Bewohner.

Thematisiert wird aber wohl auch der Priestermangel in der Region Amazonien, wo schon vor Jahrzehnten katholische Laien und Basisgemeinden zahlreiche Aufgaben – auch im Rahmen von Gottesdiensten - übernommen haben.

Fragen nach der Sinnhaftigkeit des Zölibats – der verpflichtenden Ehelosigkeit katholischer Priester – und nach „neuen Ämtern“ für Frauen stellt man sich so auch in der brasilianischen Diözese Óbidos, die mit rund 182.000 Quadratkilometern mehr als doppelt so groß ist wie Österreich.

Bericht: Detlef Urban, Länge: 9 Minuten

Moderation: Sandra Szabo
Redaktionsleitung: Norbert Steidl