Adolf Holl

ORF/Lhotsky Film/Gerhard Kaiser

In Memoriam Adolf Holl: Adolf Holl - Wünsche können nicht irren und Kirche der Queen

Der Autor, Theologe und ehemalige katholische Priester Adolf Holl verstarb am 23. Jänner im Alter von 89 Jahren.

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ORF

Sendungshinweis

DI, 28.01.2020, 22:35 Uhr

In Memoriam Adolf Holl zeigt ORF 2 am Dienstag, dem 28. Jänner, um 22.35 Uhr Anita Natmeßnigs „kreuz und quer“-Dokumentation „Adolf Holl – Wünsche können nicht irren“.

In Memoriam Adolf Holl: Adolf Holl -Wünsche können nicht irren

Der Schriftsteller, Theologe und suspendierte Priester Adolf Holl umkreist in seinen mehr als 30 Büchern unermüdlich das Heilige. Er zeigt sich literarisch als Suchender und Wissender, erweist sich mit Sprachwitz als Agent provocateur und mit Ironie als Schelm zugleich.

Adolf Holl

ORF/Lhotsky Film/Gerhard Kaiser

Die Bezeichnung „heiliger Schelm“ – sie stammt von Günther Nenning – charakterisiert das Spannungsfeld, in dem sich Adolf Holl bewegt. Zum einen ist er ein preisgekrönter Schriftsteller, zum anderen tritt er in Medien und katholischen Bildungshäusern auf.

Dem Querdenker und Zweifler ist zugleich die Faszination am Spirituellen und Rituellen geblieben – und seine Liebe zur (alten) katholischen Liturgie. Fast 20 Jahre lang war er als Kaplan in Wien tätig und hat auch an der Universität gelehrt – bis ihm schließlich die Lehrbefugnis entzogen und er vom Priesteramt suspendiert wurde.

Das Porträt zeigt u. a. – auch mit Archivmaterial – den Konflikt um Holls Buch „Jesus in schlechter Gesellschaft“ (1971), das das Verbot seiner Amtsausübung einleitete. „Religion ist verbotene Erotik“, sagte Holl in Erinnerung an Frauengeschichten in seiner zölibatären Lebensphase, „und erst wenn du das Verbot übertrittst, hast was gelernt“ – um lächelnd hinzuzufügen:

„Ab 40 bin ich dann ruhiger geworden.“ Sichtbar wird der kreative Schaffensprozess eines disziplinierten Autors mit seinen zahlreichen täglichen Ritualen, aber auch die Verbundenheit des suspendierten Priesters mit seiner langjährigen Lebensgefährtin.

„Die Zeit ist der Feind der Liebe. Die Zeit ist auch der Feind Gottes“, schrieb Holl. Durch das ruhige Sterben seiner Mutter, die gesagt habe, „,I glaub, I stirb‘ – und nach zehn Minuten war alles vorbei“, habe er keine Angst mehr vor dem Tod.

Kirche der Queen

ORF/Tellux Film

Die Kirche der Queen

Der bevorstehende „Brexit“ stellt nur ein weiteres Kapitel in der wechselvollen gemeinsamen Geschichte von England und Europa dar. Auch auf religiöser Ebene steht man sich nah und ist doch getrennt, seit im 16. Jahrhundert Heinrich VIII. die anglikanische Kirche gründete.

„kreuz und quer“ spürt der „Kirche der Queen“ in ihrem Heimatland England nach und sucht nach Besonderheiten ebenso wie nach Gemeinsamkeiten mit der katholischen Mutterkirche. Neben der bewegten Entstehungsgeschichte stehen dabei vor allem besondere Menschen und Projekte innerhalb der anglikanischen Kirche im Fokus.