Die frühere Kamloops indigene Schule in Kamloops
REUTERS/Jennifer Gauthier
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13.6.2021, 12.30 Uhr, ORF 2, 15.6.2021, 9.00 Uhr, ORF III, 19.6.2021, 11.30 Uhr, ARD ALPHA

Kanadas dunkle Vergangenheit: Katholische Internate als „Umerziehungslager“ für Indigene

Kanadas dunkle Vergangenheit: Katholische Internate als „Umerziehungslager“ für Indigene | Klerus in der Krise: Vatikan-Visitatoren auf Deutschlandbesuch | Kirche mit Image-Problem: Droht bald Priestermangel in Polen? | “Gebt mir Bilder!“: Zeitgenössische Kunst in Tiroler Kirchen

13.6.2021, 12.30 Uhr, ORF 2
15.6.2021, 9.00 Uhr, ORF III
19.6.2021, 11.30 Uhr, ARD ALPHA

Kanadas dunkle Vergangenheit: Katholische Internate als „Umerziehungslager“ für Indigene

Nach der Entdeckung von 215 Kinderleichen auf dem Terrain eines früheren katholischen Internats für indigene Kinder in Kamloops in der kanadischen Provinz British Colombia stellt sich die Frage: Was ist wirklich passiert? Wie wurden die Kinder der „First Nations“ in kirchlichen Internaten behandelt?

Wer trägt die Verantwortung für diesen „institutionellen Rassismus“ früherer Jahrzehnte? Wird sich Papst Franziskus – wie vom kanadischen Premier Justin Trudeau gefordert – für die Verbrechen entschuldigen?

Die „Orientierung“ hat mit Garry Gottfriedson von der Volksgruppe der Secwepemc gesprochen. Er selbst besuchte die inkriminierte „Kamloops Indian Residential School“ zwischen 1959 und 1963 und berichtet von bitteren Jahren, in denen „der Indianer in uns ausgelöscht werden sollte“, er zu einem – wie es hieß – „guten Christen“ erzogen werden sollte. Er durfte seine indigene Muttersprache nicht sprechen und hatte keinen Kontakt zu Geschwistern und Eltern.

Ebenfalls im Interview: die Juristin Nicole Schabus. Die Österreicherin lehrt seit vielen Jahren an der „Thompson Rivers University“ in British Columbia und engagiert sich für die indigenen Völker Kanadas.

Bericht: Klaus Ther, Länge: 7 Minuten

Kanadas dunkle Vergangenheit

Es sind unfassbare Verbrechen, die über viele Generationen hinweg an den „First Nations“, den Ureinwohnern Kanadas begangen wurden. Kinder wurden ihren Familien entrissen. In Heimen sollten sie „Kultur und Sprache“ der europäischen Kolonialherren lernen. Die Entdeckung eines Massengrabs mit sterblichen Überresten von 215 indigenen Kindern hat auch Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen auf den Plan gerufen, sie fordern sowohl das Land Kanada als auch den Vatikan zu weiteren Untersuchungen auf.

Klerus in der Krise: Vatikan-Visitatoren auf Deutschlandbesuch

Es war ein Knalleffekt innerhalb der römisch-katholischen Kirche in Deutschland: Vergangene Woche bot der Münchner Kardinal Reinhard Marx dem Papst seinen Rücktritt an, wohl auch frustriert durch die langsame Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in den eigenen Reihen. Ein bemerkenswerter Schritt, den der Papst am Donnerstag nun in einem Brief an Marx würdigte, aber dennoch ablehnte. Der Druck auf Marx’ Kölner Amtskollegen Rainer Maria Woelki hält indes an.

Dessen Umgang mit dem Thema sorgt im größten Erzbistum Deutschlands seit Monaten für massive Kritik. Sogar der Papst hat sich eingeschaltet: Er hat zwei Apostolische Visitatoren nach Köln geschickt, die u.a. die Vorwürfe gegen Kardinal Woelki persönlich überprüfen sollen.

Bericht: Verena Gleitsmann, Länge: 6 Minuten

Klerus in der Krise

Wie ernst nimmt die katholische Kirche die Aufarbeitung von Fällen sexuellen Missbrauchs? Diese Frage beschäftigt dieser Tage auch Deutschland. Während der Münchner Kardinal Reinhard Marx vergangene Woche den Papst sogar gebeten hat, ihn aus seinem Amt zu entlassen, hält der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki weiterhin an seinem Amt fest.

Kirche mit Image-Problem: Droht bald Priestermangel in Polen?

Rund 7500 katholische Priesteranwärter gab es vor rund 15 Jahren in Polen, nun sind es nur noch etwa 2500: Das ist im europäischen Vergleich immer noch bemerkenswert viel, doch für polnische Verhältnisse eine erstaunliche „Talfahrt“. Das weiß auch der 33-jährige Jungpriester Michal Bartak, der sich erst vor wenigen Tagen – mit der Priesterweihe in der Kirche der Göttlichen Vorsehung in Warschau – seinen langjährigen Berufswunsch erfüllt hat.

Dass das Image der katholischen Kirche durch das Aufzeigen zahlreicher Missbrauchsfälle gelitten hat, ist auch ihm bewusst, ebenso wie die Tatsache, dass die Einkünfte von Priestern in den Monaten der Pandemie gesunken sind. Auch Auslandseinsätze, früher nicht zuletzt aus finanziellen Gründen attraktiv, lohnen sich heute deutlich weniger als noch vor einem Jahrzehnt.

„Seinen Weg“ möchte Michal Bartak dennoch gehen, allen Widrigkeiten zum Trotz, gemeinsam mit insgesamt 28.000 römisch-katholischen Priestern, die derzeit in Polen im Einsatz sind.

Bericht: Martin Motylewicz, Länge: 6 Minuten

Kirche mit Image-Problem: Priestermangel in Polen?

Polen hat die römisch-katholische Kirche massive Probleme. Eine echte Talfahrt verzeichnet man etwa bei der Anzahl der Männer, die Priester werden wollen. Und so manch einer erlebt auf seinem Weg der Berufung Spott und Hohn.

“Gebt mir Bilder!“: Zeitgenössische Kunst in Tiroler Kirchen

Mit der Schau „Gebt mir Bilder“ setzt sich die Diözese Innsbruck in diesen Monaten intensiv und erstaunlich mutig mit zeitgenössischer Kunst auseinander.

Zum 500. Jubiläum des Diözesanpatrons Petrus Canisius wird, auf Initiative von Bischof Hermann Glettler, v.a. in Kirchen in Innsbruck und Hall aktuelle Kunst präsentiert – Werke, die für den säkularen Raum geschaffen wurden, die aber im sakralen Kontext eine zusätzliche Dimension bekommen. Die Ausstellung mit acht Stationen ist noch bis 30. September zu besuchen.

Bericht: Patrizia Jilg, Länge: 6 Minuten

Zeitgenössische Kunst in Tiroler Kirchen

In Tirol setzt sich die Diözese Innsbruck mit der Schau „Gebt mir Bilder“ intensiv und durchwegs mutig mit zeitgenössischer Kunst auseinander. Zum 500. Jubiläum des Diözesanpatrons Petrus Canisius wird in Kirchen in Innsbruck und Hall aktuelle Kunst präsentiert

Moderation: Sandra Szabo
Sendungsverantwortung: Norbert Steidl