Markt in der Türkei
ORF
ORF
16.01.2021, 12.30 Uhr, ORF 2 – entfallen

Kirchenverkauf in der Türkei

Kirchenverkauf in der Türkei: Oppositionspolitiker will gegen Verkauf christlicher Kulturgüter vorgehen | Hilfe für Haftentlassene: Erzdiözese Wien bietet Unterstützung nach Rückkehr aus dem Gefängnis | Botschafter des Friedens: Erinnerungen an das ehemalige Bahai-Oberhaupt Abdul-Baha | Weihnachten an heiligen Stätten: Sondergenehmigung für Gaza-Christen

16.1..2022, 12.30 Uhr, ORF 2
18.1. 2022, 8.55 Uhr, ORF III
22.1.2022, 11.30 Uhr, ARD ALPHA

Kirchenverkauf in der Türkei: Oppositionspolitiker will gegen Verkauf christlicher Kulturgüter vorgehen

Der Verkauf christlicher Kulturgüter müsse verhindert werden, dazu rief der armenisch-türkische Abgeordnete Garo Paylan den türkischen Kulturminister erst vor wenigen Wochen auf.

Der Hintergrund: Derzeit werden eine syrisch-orthodoxe Kirche in der südostanatolischen Stadt Mardin und eine armenisch-orthodoxe Kirche in der westanatolischen Stadt Bursa auf dem Immobilienmarkt zum Verkauf angeboten. Ähnliches wird mehrfach auch aus den vergangenen Jahrzehnten berichtet und hat in den Reihen der christlichen Minderheit im Land immer wieder für Unruhe gesorgt.

Der aktuelle „Orientierung“-Beitrag führt nach Mardin nahe der syrischen Grenze. Eine für Christinnen und Christen traditionsreiche Region, wie ja viele Gebiete in der heutigen Türkei. Und nicht nur syrisch-orthodoxe Christen in Mardin führen ihre Ursprünge auf frühchristliche Gemeinden in Kleinasien zurück.

Die in Mardin zum Verkauf stehende Kirche dürfte solch ein Zeugnis des frühen Christentums sein – sie ist rund 1700 Jahre alt. Im Interview mit der „Orientierung“ erklärt Garo Paylan, Abgeordneter der oppositionellen Demokratischen Partei des Volkes (HDP), die Geschichte der Enteignung von christlichem Eigentum und seine Bestrebungen, dem Verkauf von christlichen Gotteshäusern einen Riegel vorzuschieben.

Bericht: Sabine Küper-Büsch, Thomas Büsch; Länge: 8 Minuten

Hilfe für Haftentlassene: Erzdiözese Wien bietet Unterstützung nach Rückkehr aus dem Gefängnis

„Nach vier Jahren haben sie mir meine Tasche gegeben und auf Wiedersehen gesagt. Wenn ich meine Schwester nicht gehabt hätte, die mich abgeholt hat – und den Verein für Integrationshilfe – da hätte ich ziemliche Probleme gehabt“, erzählt ein junger Wiener.

Im vergangenen Juni, nach viereinhalb Jahren Gefängnis – wegen Drogenbesitzes und Drogenhandels – ist er ohne Resozialisierung aus der Haft entlassen worden. Unterkunft und Unterstützung hat er beim Verein für Integrationshilfe gefunden. Seit rund 50 Jahren bietet der Verein der Erzdiözese Wien haftentlassenen Männern die Möglichkeit, unkompliziert und unbürokratisch, innerhalb von nur einem Tag in eine von insgesamt 28 Wohnungen einzuziehen.

Dort können sie, um wenig Geld, solange bleiben, bis sie eine Arbeit und eine eigene Wohnung gefunden haben. Was in den Jahren der Corona-Pandemie schwieriger geworden ist: weniger Kontakt zur Außenwelt, seltene Freigänge, deutlich reduzierte Resozialisierungsprogramme – die Wege aus der Haft in ein „Leben danach“ scheinen hürdenreicher als noch vor wenigen Jahren zu sein.

Bericht: Zoran Dobrić, Länge: 9 Minuten

Spendenkonto: „Verein für Integrationshilfe“, Bankhaus Schelhammer & Schattera; BLZ 19190, IBAN: AT521919000000196378, BIC: BSSWATWW

Der 1972 von der Erzdiözese Wien gegründete Verein für Integrationshilfe erhält sich durch Förderungen und Subventionen aus dem Justizministerium, durch Beiträge der Bewohner und freiwillige Spenden.

Die Erzdiözese Wien stellt nach wie vor die personellen Ressourcen und eine Beratungsstelle in der Blutgasse.

Botschafter des Friedens: Erinnerungen an das ehemalige Bahai-Oberhaupt Abdul-Baha

„Wenn ein Kriegsgedanke kommt, so widersteht ihm mit einem stärkeren Gedanken des Friedens.“ Diese Worte stammen von Abdul-Baha, dem ältesten Sohn Baha U‘llahs, dem Stifter der Bahai-Religion, einer Religion, die an einen Gott glaubt und eigene heilige Schriften besitzt. Abdul-Baha, der in der Nachfolge seine Vaters auch geistliches Oberhaupt der Bahai war, starb am 28. November 1921.

Im Gedenken an den Tod vor 100 Jahren werden in diesen Wochen und Monaten zu Ehren von Abdul-Baha weltweit Aktivitäten gesetzt. So wurden auf dem Wiener Karlsplatz ein Gedenkstein errichtet und ein Baum gepflanzt. Das wiederum soll an einen Wienbesuch von Abdul-Baha kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs erinnern. Im Zuge einer Europareise kam er im April 1913 nach Wien.

Im Grand Hotel am Ring, wo er logierte, traf er interessante Persönlichkeiten aus allen Gesellschaftsschichten. Höhepunkt war ein Treffen mit der österreichischen Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner („Die Waffen nieder“). Diese sei zu Tränen gerührt gewesen, wird berichtet, als sie mit Abdul- Baha über die Notwendigkeit des Friedens sprach.

Beide ahnten wohl, dass bald Unheil über die Welt hereinbrechen würde. Abdul-Baha jedenfalls blieb zeitlebens ein Verfechter sozialer Gerechtigkeit und trat für die Gleichstellung von Mann und Frau ein. Ein „Orientierung“-Team hat sich auf die Spuren von Abdul-Baha in Wien begeben.

Bericht: Gundi Lamprecht, Länge: 6 Minuten

Weihnachten an heiligen Stätten: Sondergenehmigung für Gaza-Christen

Die Mehrheit der weltweit mehr als 2,2 Milliarden Christinnen und Christen feiert das Weihnachtsfest Jahr für Jahr rund um den 24./25. Dezember. Aber ein maßgeblicher Teil der orthodoxen Kirchen folgt weiterhin dem alten Julianischen Kalender und erinnert am 6./7. Jänner an die Geburt Christi.

So oder so bleibt dieses Fest ein wichtiger Teil gelebter Glaubenspraxis, eines der wichtigsten Feste im kirchlichen Festkalender. Nicht zuletzt deshalb war es auch Christinnen und Christen im Gazastreifen ein Anliegen, in der Weihnachtszeit heilige Stätten z.B. im nahen Westjordanland zu besuchen.

Um genau das zu ermöglichen, stellte auch diesmal die israelische Regierung etwa 500 Genehmigungen aus, die es Gaza-Christen – die meisten der knapp mehr als 1000 sind griechisch-orthodox – erlaubten, Bethlehem und Jerusalem zu besuchen. Ein „Orientierung“-Team hat in der Weihnachtszeit den 27-jährigen Christen Milad Al-Amash zuerst in Gaza und danach in Bethlehem getroffen.

Bericht: Tim Cupal, Länge: 4 Minuten

Moderation: Sandra Szabo
Redaktionsleitung: Norbert Steidl