Katholikinnen pro Kebekus-Rap

Kabarettistin Kebekus und die katholischen Frauen; Muslimische Pilgerfahrt Hadsch in Zeiten von Corona; Seenotrettung vor Italiens Küsten

Kabarettistin Kebekus und die katholischen Frauen
„Nächster Papst wird eher ’n Heide, als jemand mit ner Scheide. Wir haben euch gewaschen, euch die Kutten gebracht, zum Dank habt ihr uns alle dann zu Nutten gemacht.“ So heißt es wortwörtlich in einem Rap-Song, mit dem die deutsche Kabarettistin Carolin Kebekus in Deutschland - und mittlerweile auch schon darüber hinaus - für Aufsehen gesorgt hat.

Sie thematisiert darin - durchaus pointiert - dass Frauen in der katholischen Kirche systematisch klein gehalten werden. Ein Lied zur Zeit, sagen manche - gerade angesichts des neuen vatikanischen Schreibens, das die Leitung von Pfarren ausschließlich Priestern vorbehält. Einmal mehr sehen sich Frauen durch das Dekret der vatikanischen Kleruskongregation von Leitungsaufgaben in der römisch-katholischen Kirche ausgeschlossen.

Den Hut drauf hauen oder - wie es eine engagierte Katholikin kürzlich in einer Kolumne formuliert hat: „trotz Speiben bleiben“? Das Leid vieler Frauen mit und an der römisch-katholischen Kirche hat die deutsche Kabarettistin Carolin Kebekus, die selbst religiös sozialisiert wurde und, wie sie sagt, die Verbundenheit mit der katholischen Kirche durchaus nachvollziehen könne, auch wenn sie mittlerweile ausgetreten ist, in einem Video verarbeitet. Kebekus rappt in sakralem Gewand und fordert, dass der nächste Papst eine Frau sein solle.

Die deutsche römisch-katholische Bischofskonferenz reagiert indigniert und spricht von verletzender Blasphemie, also Gotteslästerung. Unterstützung bekommt die deutsche Kabarettistin allerdings von katholischen Frauenverbänden, die sie zu einem Gedankenaustausch eingeladen haben.

Gestaltung: Andreas Jölli

Muslimische Pilgerfahrt Hadsch in Zeiten von Corona
Die „Ehrwürdige“ wird sie genannt: Mekka, die wohl wichtigste Stadt des Islam. Die Geschichte und die Faszination des alten semitischen Heiligtums reicht lange in die vorislamische Zeit zurück.

Und immer noch zieht sie die Menschen wie magnetisch an: Mehr als zwei Millionen haben Mekka in Saudi-Arabien zuletzt jährlich - im Zuge der Pilgerfahrt Hadsch - besucht. Gläubige Musliminnen und Muslime sollten, sofern sie dazu finanziell und körperlich in der Lage sind, zumindest einmal im Leben nach Mekka pilgern. Heuer ist - coronabedingt - alles anders.

Die heiligen Stätten in Mekka werden in diesen Tagen vor dem islamischen Opferfest mit der arabischen Bezeichnung Idu I-Adha, das dieses Jahr von 31. Juli, bis 3. August begangen wird, fast leer beziehungsweise viel leerer als sonst sein. -

Gestaltung: Kerstin Tretina

Seenotrettung vor Italiens Küsten
Corona verschärft auch die Hungersituation in vielen afrikanischen Ländern und treibt die Menschen zur Flucht: Gerade jetzt im Sommer riskieren dann auch viele die gefährlichen Überfahrten übers Mittelmeer.

12.200 Menschen sind dieses Jahr bisher schon per Boot nach Italien gelangt. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es rund 3600. Damals war noch Lega Chef Matteo Salvini Innenminister in Italien. Er hat zwei umstrittene Dekrete im Bereich Migration eingeführt. Einerseits sehen diese ein scharfes Vorgehen gegen Seenotretter und Strafen von bis zu einer Million Euro vor, wenn diese unerlaubt in italienische Gewässer einfahren.

Andererseits wurde mit ihnen das System der Aufnahme von Asylsuchenden umstrukturiert, die Aufnahme erschwert. Italiens neue Regierung zwischen Fünf-Sterne-Bewegung und Partito Democratico arbeitet jetzt daran, diese Dekrete rückgängig zu machen.

Salvinis Anhänger sehen das nicht gerne. Aber: Bei vielen Menschen auf Sizilien, die sich seit Jahren für Migranten und Migrantinnen einsetzen, wäre es ein längst notwendiger Schritt. Vor allem für den Pfarrer Don Beniamino Sacco.

ORF-Rom-Korrespondentin Katharina Wagner hat ihn und andere Befürworter einer Änderung der Dekrete getroffen

Praxis 29.7.2020 zum Nachhören (bis 28.7.2021):

Mehr dazu:

oe1.ORF.at