Kinderarbeit

Bald beginnt wieder die Schule. Und viele Kinder freuen sich darauf. Vielen hat Corona gezeigt, dass Lernen und Freunde-Treffen doch sehr fehlt. Von Kindern, die durch Corona die Schule gänzlich aufgeben müssen, spricht jetzt Christian Herret.

Morgengedanken 31.8.2020 zum Nachhören (bis 30.8.2021):

Mit der Wirtschaftskrise in Folge der Pandemie steigt die Zahl der arbeitenden Kinder seit zwei Jahrzehnten erstmals wieder an. Die UN-Konvention über „die Rechte des Kindes“ wurde vor über 30 Jahren beschlossen. Alle Kinder dieser Erde haben die gleichen Rechte, ganz egal ob Mädchen oder Bub, welche Hautfarbe oder Religion, ob arm oder reich.

Christian Herret
ist Pressesprecher der Dreikönigsaktion der katholischen Jungschar

Dinge ändern sich langsam

Eigentlich sollte es längst selbstverständlich sein, dass es ein Recht ist, in Geborgenheit aufzuwachsen. Aber Kindheit als etwas Schützenswertes, so wie es Rousseau Mitte des 18. Jahrhunderts beschrieben hat, ist leider für viele Kinder immer noch eine Utopie. 261 Jahre sind vergangen, seitdem Rousseau seine pädagogischen Prinzipien festgeschrieben hat. Erst 80 Jahre danach wurde das erste Dekret erlassen, das Kinderarbeit verbietet. Heute ist sie zumindest in Europa Geschichte.

Dinge ändern sich langsam. Aber sie ändern sich. Es braucht einen langen Atem, um Armut Geschichte werden zu lassen. Es braucht Generationen, die sich nicht davon entmutigen lassen, zwei Schritte vorwärts zu gehen, um dann wieder einen zurückgeworfen zu werden. Oder wie Puh der Bär sagt: „Flüsse wissen, es gibt keine Eile. Wir werden eines Tages dort sein.“