Spielwiese Bauernhof

Für uns Buben war unser Bauernhof eine der wunderbarsten Spielwiesen und Erfahrungsplätze für das spätere Leben, die man sich vorstellen konnte. Es gab Bäche, Wälder, Wiesen, wir bauten Baumhäuser, spielten Cowboy und Indianer.

Gedanken für den Tag 2.9.2020 zum Nachhören (bis 1.9.2021):

Aber wir spielten auch Sagen nach, die uns die Lehrerin erzählte. Der einzige Retter zu sein! Der Held! Ein Soldat oder Feuerwehrmann. Dieses Spielen, diese frühe grenzenlose Freiheit der Fantasie sind mir später auch in meinem Beruf zugutegekommen. Als Erwachsener Schauspieler war das Spielen, dieses als ob, eine gewaltige Herausforderung.

August Schmölzer
ist Schauspieler und Initiator der Gemeinnützigen Privatstiftung Stieglerhaus

Mit viel Fantasie

Das Kindliche, das Direkte drohte und droht neben Neuerungen wie Fernsehen, Social Medias und vor allem aber durch die Fährnisse im Leben immer mehr verloren zu gehen. Immer mehr wird vieles konsumgerecht vorprogrammiert, uniformiert und es wird immer schwieriger, sich davon fernzuhalten. Wir unterhalten uns kaum mehr, wir lassen uns unterhalten. Wir spielen nicht mehr wirklich mit unseren Kindern, wir kaufen ihnen Spiele.

Die Direktheit der kindlichen Behauptung, die man bei jedem guten Künstler spüren sollte, egal welche Kunst er betreibt, muss also beschützt werden wie ein Schatz. Als Kinder haben wir einfach behauptet, wir sind das und jenes.

Ein Gummistiefel war eine Giraffe, ein Pantoffel ein Feuerwehrauto. Meine Eltern haben uns dabei mit Freuden beobachtet, diese Vorstellungen ganz ernst genommen, und oft auch mitgespielt. Sie haben uns mit ihrem Interesse an uns und unserer Fantasie unterstützt, wie das Publikum heute, das sich nach ehrlichen, direkten, fantasievollen Behauptungen und Geschichten sehnt.

Links:

Musik:

Violarra: „Romanze - 2. Satz“ aus: Capriccio, Romanze und Drüberstrarer - für Violine und Gitarre von Viktor Fortin
Label: Barré Records 201101 STB 11/08