Der Totengräber im Buchsbaum

Ich habe selbst einen Roman geschrieben. Der Totengräber im Buchsbaum. Eine Geschichte über den Zustand der Gesellschaft und die Ursachen, die dazu führen. Ein Weltenepos, ein ungeheures Abbild der Gesellschaft und ihren Fehlern von alters her. Deshalb war es mir selbstverständlich, dass es ein Bestseller wird und sich die Menschen darum reißen werden. Dem war leider nicht so.

Gedanken für den Tag 5.9.2020 zum Nachhören (bis 4.9.2021):

Ich habe selbst einen Roman geschrieben. Der Totengräber im Buchsbaum. Eine Geschichte über den Zustand der Gesellschaft und die Ursachen, die dazu führen. Ein Weltenepos, ein ungeheures Abbild der Gesellschaft und ihren Fehlern von alters her. Deshalb war es mir selbstverständlich, dass es ein Bestseller wird und sich die Menschen darum reißen werden. Dem war leider nicht so.

August Schmölzer
ist Schauspieler und Initiator der Gemeinnützigen Privatstiftung Stieglerhaus

Dass etwas geschrieben wird

Ich bin ziemlich sicher, dass es eine sehr gute Geschichte ist, das haben mir auch viele bestätigt. Aber wie das halt nicht nur in der Literatur so ist: Einen künstlerischen Erfolg kann man weder planen noch konstruieren. Das Wichtigste ist, falls man etwas zu sagen hat, es aus tiefstem Inneren tut, in der eigenen Einzigartigkeit. Wenn das gelingt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Leser andockt, groß.

Es müssen nicht immer die großen Epen sein, die Weltgeschichten über Generationen. Oft ist es ein Sonnenaufgang, ein kleines aber umso feineres Gefühl, das individuell beschrieben, beim Leser etwas Gewaltiges auslöst. Deshalb gibt es ja unendlich viele verschiedene Liebesgedichte, keines trifft alles, aber jedes hat für sich recht. Im Grunde ist es ja egal, was geschrieben wird, wichtig ist, DASS: Denn es ist alles besser als Krieg, sagte mir einmal ein zynischer Kollege. Und das finde ich doch gar nicht so schlecht. Das Ziel muss aber trotzdem das ganz Große bleiben, das Allumfassende, einfach ohne einen Buchstaben zu viel oder zu wenig. Einzigartig, wie nur Du es kannst.

Links:

Musik:

Violarra: „Allegretto Chiccioso - für Violine und Gitarre“ von Karl Haidmayer
Label: Barré Records 201101 STB 11/08