Schwierige Zeiten

Viele sind durch Corona in Not geraten, andere haben es aus privaten Gründen nicht leicht. Das Christentum sagt da ganz klar, was zu tun ist.

Morgengedanken 6.9.2020 zum Nachhören (bis 5.9.2021):

„Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ (Mt 25,40b) bzw. „Was ihr nicht getan habt einem von diesen geringsten, das habt ihr auch mir nicht getan“ (Mt 25,45)…

Rotraut Perner
ist evangelische Theologin und Psychotherapeutin

Sprache kann Gesundheit zerstören

Wann immer ich diese Zeilen gehört oder gelesen habe – von den Hungernden, Dürstenden, Fremden, Kranken und denen im Gefängnis, die nicht besucht wurden – ist mir auch der sprachliche Umgang in den Sinn gekommen: Auch wenn jemand keine Gelegenheit besitzt, Essen und Trinken oder Wohnraum zu teilen, so hat er oder sie doch immer die Möglichkeit und auch die Gelegenheit, Menschen, denen es nicht so gut geht, mit Respekt und Wertschätzung zu begegnen.

Warum tun das aber so wenige? Und warum korrigieren diejenigen, die Abwertung anderer Menschen für falsch halten, nicht sofort, wenn sie Zeugen von Demütigungen werden? Liegt es an filmischen Brutal-Vorbildern? Oder an Anbiederung an die „Oberen“? Und an Angst, plötzlich selbst „unten“ sein zu können? Gerade in wirtschaftlichen Krisenzeiten? Ich meine, wir sollten zumindest unsere Sprache kontrollieren – sie kann Gesundheit zerstören.