An Bord der Sea-Watch 4

Themen: Seenotrettung der Kirchen; Politisierung von Religionen; Österreich hilft Österreich

Seenotrettung der Kirchen - An Bord der Sea-Watch 4

„Wir schicken ein Schiff“ - das hat die evangelische Kirche in Deutschland im Vorjahr versprochen - und eingelöst. Gemeint war ein Schiff zur Seenotrettung von Flüchtlingen im Mittelmeer. Ein bemerkenswertes Bündnis hat diese bemerkenswerte Mission auf die Beine gestellt. Mehr als 550 Partner gehören United4Rescue an, darunter Kirchengemeinden, Religionsgemeinschaften, der deutsche Gewerkschaftsbund, der FC St. Pauli und aus Österreich „Jugend eine Welt“ und das Afro-Asiatische Institut Salzburg.

Sea-Watch 4 Mittelmeer Flüchtlinge Seenotrettung

Chris Grodotzki

Seenotrettung im Mittelmeer

Ausgegangen ist die Initiative aber von der evangelischen Kirche. Sie hat ein ehemaliges Forschungsschiff ersteigert und zum Rettungsschiff umbauen lassen und der Seenotrettungsorganisation Sea-Watch zur Verfügung gestellt, die das Schiff betreibt. Mitte August ist die Sea-Watch 4 in See gestochen, Richtung internationale Gewässer vor Libyen, um damals als einziges Rettungsschiff Menschen vor dem Ertrinken zu retten. Susanne Krischke hat regelmäßig Telefonkontakt zu den Seenotrettern an Bord der Sea-Watch 4. Sie schildert die Chronologie einer Rettungsaktion.

Religion am Wahlplakat

In Wien herrscht Wahlkampf - am 11. Oktober finden die Wiener Gemeinderats- und Bezirksvertretungswahlen statt - und wieder einmal wird auf Wahlplakaten „Islam“ auf „daham“ gereimt, muslimische Frauen im Niqab auf der einen Plakat-Seite, der Stephansdom auf der anderen Seite. Nichts Neues unter der Sonne also, würde der Prophet Kohelet vielleicht sagen. Doch warum ist das so? Warum hat das Thema Religion in Wahlkampfzeiten offenbar immer Hochkonjunktur? Und das, obwohl sich seit den 1970er-Jahren, laut Studie des Religionssoziologen Paul Michael Zulehner, „die Wirkmächtigkeit der Religion im letzten halben Jahrhundert deutlich abgeschwächt“ habe.

Praxis
Mittwoch, 9.9.2020, 16.05 Uhr, Ö1

Im Wahlkampf merkt man davon jedenfalls nichts. Die Österreichische Gesellschaft für Politikwissenschaften hat zu einer Diskussionsrunde geladen über die Politisierung von Religionen in Österreich. Was macht es mit einer Gesellschaft, wenn das Thema Religion - und hier vor allem der Islam - in politischen Debatten immer wieder aufgegriffen wird? Eine Analyse u.a. von der Religions- und Politikwissenschaftlerin Astrid Mattes und der Sprachwissenschaftlerin und Diskursforscherin Ruth Wodak. - Gestaltung: Lena Göbl

Grätzl im Großen - Initiative „Österreich hilft Österreich“

Lernhilfen für Kinder und Jugendliche, Deutschkurse für Erwachsene, bis hin zu Fitnesskursen und Flohmärkten: Die Nachbarschaftszentren des „Wiener Hilfswerks“ bieten eine breite Palette von Angeboten. Ziel dieser niederschwelligen Einrichtungen für Menschen jeden Alters ist es auch, den Dialog der Generationen zu fördern. Das Coronavirus hat die Palette verändert, die Dringlichkeit der Hilfe aber nur noch stärker hervorgehoben. Die 10 Standorte in Wien sind Teil der bundesweiten Initiative „Österreich hilft Österreich“, mit der die führenden Hilfsorganisationen des Landes, Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Rotes Kreuz, Volkshilfe und Samariterbund zusammen mit dem ORF ein kraftvolles Zeichen der Solidarität für jene setzen, die jetzt konkret Unterstützung brauchen; weil sie alt, einsam, chronisch krank und/oder pflegebedürftig sind, oder weil sie in sozial prekären Situationen leben. Maria Harmer hat das Nachbarschaftszentrum des „Wiener Hilfswerks“ in Wien-Neubau besucht.

Nothilfe für Moria

Das Flüchtlings-Camp Moria auf der griechischen Insel Lesbos steht in Flammen. 13.000 Flüchtlinge sind obdachlos und versuchen, aus den Flammen zu fliehen. „Alles brennt, die Menschen fliehen,“ berichtet die Flüchtlingshilfsorganisation „Stand by Me Lesvos“, Partnerorganisation der Diakonie Katastrophenhilfe, Dienstag Nacht auf Social Media. Postings anderer Organisationen und Aktivisten, so wie auch Ärzte ohne Grenzen bestätigen dies.

Moderation: Alexandra Mantler

Praxis 9.9.2020 zum Nachhören (bis 8.9.2021):

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