Offener Blick

Eigentlich beginnt jeder Tag gleich: mit dem Öffnen der Augen. Die Wahrnehmung zu erweitern, das möchte Martin Formanek heute in seinen Morgengedanken anbieten.

Morgengedanken 18.9.2020 zum Nachhören (bis 17.9.2021):

Haben Sie sich schon einmal überlegt, wie groß der Blickwinkel eines Menschen ist? Ich war überrascht, dass das Scharfsehen nur ca. 1,5° umfasst. Um mehr zu sehen bedarf es mehrerer Blicke, bzw. auch eines Standortwechsels.

Martin Formanek
ist Leiter von Wort-Gottes-Feiern im Seelsorgeraum Graz-Südost

Sprung ins Leben

Wie oft erfassen wir jedoch das Geschehen um uns mit nur einem Blick, bilden uns jedoch ein für uns vollständiges, abgeschlossenes Urteil? Nicht selten ist es unvollkommen oder falsch, denn sich zu bewegen, die Position zu ändern und den Blickwinkel verändern, ist oft nicht einfach. Beim erstmaligen Hören mancher Textpassagen aus der Heiligen Schrift kann der eine oder andere kaum scharfe Konturen erkennen. Die gesellschaftlich geänderten Umstände lassen nur einen geringen Ausschnitt scharf erscheinen. Weitgehend sind wir von Blindheit geschlagen.

Auf seinem letzten Gang nach Jerusalem hat Jesus dem Blinden Bartimäus die Augen geöffnet. Seine Bitte, ich möchte wieder sehen können, hat sein Leben verändert. Er musste dazu jedoch bereit sein und musste etwas tun. Bartimäus ist aufgesprungen und auf Jesus zugelaufen. So wünsch ich Ihnen heute ein gutes Sehen und einen offenen Blick und einen Sprung ins Leben.