„Pokemon Go“ auch für Hindus „gotteslästerlich“

Für einen indischen Anwalt sind Pokemon-Eier ein Tabu: Vor Gericht hat Nachiket Dave am Mittwoch gefordert, das Smartphone-Spiel „Pokemon Go“ als gotteslästerlich einzustufen.

Das Belohnen von Spielern mit virtuellen Eiern für neue „Pokemon“-Monster könne nämlich die religiösen Gefühle mancher Hindus und Anhänger der Religionsgemeinschaft der Jaina verletzen, die vegetarisch oder vegan leben, wie er argumentierte.

Eier in Tempeln: „Gotteslästerung“

Das Auftauchen der virtuellen Eier sei vor allem dann problematisch, wenn der Spieler in der realen Welt gerade in einem Tempel sei, sagte der Anwalt. „Menschen in Tempeln Eier anzubieten, auch wenn dies in der virtuellen Welt geschieht, ist in hohem Maße anstößig und läuft auf Gotteslästerung hinaus“, sagte Dave nach der Anhörung vor Gericht in Ahmedabad im Bundesstaat Gujarat.

Pokemon Go

APA/AFP/Indranil Mukherjee

Pokemon Go im Tempel: ein No-Go

Der Anwalt, der die Klage für eine Privatperson führt, fordert eine Stellungnahme der Regierungen von Gujarat und der Bundesregierung in Neu Delhi sowie vom „Pokemon“-Entwickler Niantic in San Francisco. „Pokemon Go“ animiert die Spieler, mit ihrem Smartphone in der „echten Welt versteckte“ virtuelle „Pokemon“-Figuren einzufangen. Die kleinen Monster können gesammelt und für Kämpfe trainiert werden.

Obwohl es die App erst seit Anfang Juli gibt, hat sich „Pokemon Go“ bereits zu einem weltweiten Phänomen entwickelt. Zugleich nahmen die Beschwerden und Klagen insbesondere religiöser Gruppen zu, aber auch Unfälle. Ein Update sorgte zuletzt dafür, dass besonders sensible Stätten wie das Berliner Holocaust-Mahnmal oder die Gedenkstätte an den ersten Atombombenabwurf in Hiroshima aus dem Spielplan herausgenommen wurden.

religion.ORF.at/APA/AFP

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