Bhagavadgita

Das populärste Buch des Hinduismus

Die „Bhagavadgita“ (wörtlich: Gesang des Erhabenen) ist ein bedeutendes philosophisches Lehrgedicht des Hinduismus. Dieser Text hat das gesamte indische Geistesleben beeinflusst und spielt im Glaubensleben aller religiösen Strömungen eine zentrale Rolle. Eingebettet in das große Epos „Mahabharata“ wurde das Werk vermutlich um 200 v. Chr. verfasst.

Göttliche Lehren in Dialogform

Verkünder der Bhagavadgita ist Krishna, ein „Avatar“ (Menschwerdung) des Gottes Vishnu, der im Epos als Fürst in die Handlung eingebunden ist. Als Freund und Wagenlenker des Arjuna nimmt er an einer entscheidenden Schlacht im großen Krieg von Kurukshetra teil. Vor dem Kampf, im Streitwagen auf dem Schlachtfeld stehend, fragt der ängstlich zögernde Fürst Arjuna seinen göttlichen Freund Krishna um Rat. Alle früheren Friedensbemühungen, im Mahabharata beschrieben, waren fehlgeschlagen. Darum muss er ihn nun auffordern, den Kampf zu führen. In Form eines Dialoges unterrichtet er ihn in seiner Lehre.

Krishna weist auf die Unsterblichkeit der Seele hin, erklärt, wie sie zur Befreiung kommen kann und spricht über das Wesen Gottes. Er bietet verschiedene Möglichkeiten, die Erlösung zu erreichen. Eine der Hauptforderungen: Es kommt darauf an, jede Tat Gott zu weihen, ohne daran zu haften. Neu gegenüber früheren Texten ist in der Bhagavadgita die Lehre von der Liebe Gottes zu den Menschen. Als Höhepunkt der Unterweisung erlebt Arjuna eine Vision, in der sich Krishna in seiner höchsten, göttlichen Gestalt offenbart.

Weltweit von religionsphilosophischer Bedeutung

Die Bhagavadgita ist nicht nur einer der wichtigsten Texte des Hinduismus, sie gehört auch zu den großen religionsphilosophischen Dichtungen der Weltliteratur. Nicht nur die bedeutendsten Hindu-Philosophen und Gurus haben das Werk kommentiert, sondern ebenso angesehene Philosophen in allen Ländern der Welt.

Für weltweite Verbreitung der Bhagavadgita sorgen heute besonders die internationalen Mitglieder der Hare-Krishna-Bewegung ISKCON. Sie arbeiten intensiv daran, das Werk in möglichst viele Sprachen der Welt zu übersetzen, allerdings ausschließlich mit den Kommentaren ihres Gurus und den Interpretationen ihrer monotheistischen Lehre.

Übersichtsartikel zum Hinduismus

Siehe dazu auch im ORF-Religionslexikon:

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