Die dunkle Seite des Reformators

Themen: Der Antisemit Martin Luther; Die Geschichte eines transsexuellen Flüchtlings; Michael Chalupka über den Prophet Ezechiel

Die dunkle Seite des Reformators

Nun hat es begonnen, das Reformationsjubiläumsjahr 2017, - und es stellt, 500 Jahre nach der Veröffentlichung der 95 Thesen, auch Martin Luther in den Mittelpunkt. Nicht verschwiegen wird dabei eine Facette seiner Theologie, ja seines Wesens, die wesentlich weniger bekannt ist, als etwa die des charismatischen Predigers, gelehrten Bibelübersetzers oder gemütlichen Ehemanns: Martin Luther, der Antisemit. – Gestaltung: Martin Gross

Verfolgt, weil „anders“ – Die Geschichte eines transsexuellen Flüchtlings

Allein in Kenia leben derzeit laut UNO mehr als eine halbe Million Flüchtlinge. In Dadaab im Osten Kenias halten sich mehr als 340.000 Menschen im größten Flüchtlingslager der Welt auf. Der Großteil der Flüchtlinge in Dadaab stammt aus dem benachbarten Krisenstaat Somalia. Auch Farah Abdi ist mit ihrer muslimisch geprägten Familie vor dem Bürgerkrieg in Somalia schon früh nach Kenia geflohen. Mit 16 Jahren hat sie sich dann von Kenia aus auf den Weg nach Europa gemacht. Gezwungenermaßen: Farah Abdi, laut ihren Papieren ein Mann, ist transsexuell und Trans- und Homosexualität sind in Kenia - nicht zuletzt aus religiösen Gründen - gesellschaftlich geächtet und stehen auch unter Strafe.

Motive
Sonntag, 8.1.2017, 19.05 Uhr, Ö1

Trans- und Homosexuelle fallen häufig auch der Lynchjustiz zum Opfer. Abdi konnte 2012 über das Mittelmeer nach Malta fliehen. Seit damals hat sich die heute 21-Jährige dem Kampf für Menschenrechte, besonders für die Rechte der Flüchtlinge verschrieben. Für ihr Engagement erhielt sie 2015 den Bremer Friedenspreis und wurde auch von der Queen geehrt. Kerstin Tretina hat mir ihr über die Gefahren der Flucht und ihre persönliche, schmerzhafte Suche nach Frieden gesprochen. – Gestaltung: Kerstin Tretina

Mit Herzen aus Stein lassen sich Mauern bauen – Michael Chalupka über die Aktualität eines Prophetenworts

Vor über 2500 Jahren hat der Prophet Ezechiel in dem nach ihm benannten Buch im Ersten Testament, das in etwa auch der jüdischen Bibel entspricht, Mut machende Worte geschrieben, die gerade in krisenhaften Zeiten wie diesen ihre Aktualität beweisen. Michael Chalupka, Direktor der evangelischen Hilfsorganisation Diakonie Österreich, bezieht sich auf Ezechiel in seinem Kommentar zum Beginn des Jahres 2017.

Moderation: Alexandra Mantler

Motive 8.1.2017 zum Nachhören: