200 Jahre Bahai

Themen: Das evangelische Wimmer-Gymnasium in Oberschützen; 400 Jahre Piaristen; 200. Geburtstag des Bahāʾullāh; Bibelessay von Helga Kohler-Spiegel

Von Computer bis Blasmusik – Das evangelische Wimmer-Gymnasium in Oberschützen

Es neigt sich seinem Ende zu, das Gedenkjahr anlässlich des legendären Anschlags der 95 Thesen durch Martin Luther vor 500 Jahren in Wittenberg. Dem Reformator war das Bildungswesen stets ein großes Anliegen. Schon 1524 hat er angeregt, Schulen außerhalb von Klöstern zu errichten.

Lebenskunst
Sonntag, 15.10.2017, 7.05 Uhr, Ö1

Die älteste maturaführende Schule der evangelischen Kirche Österreichs befindet sich bis heute in Oberschützen im Burgenland, einer 2.500-Einwohner/innen-Gemeinde im Bezirk Oberwart. Hier hat der aus Wien stammende evangelische Pfarrer Gottlieb August Wimmer im Jahr 1845 eine Schule gegründet, die bis heute Schülerinnen und Schüler auch aus anderen Bundesländern anzieht. – Gestaltung: Maria Harmer

Schule auf katholisch – 400 Jahre Piaristen

Dieser Orden half sogar dem armen Galileo Galilei, als der vor 400 Jahren vom Papst verurteilt wurde, wegen seiner damals einigermaßen exotischen These, wonach sich die Erde um die Sonne drehe und nicht umgekehrt. Er wurde gegründet, um mittellosen Kindern im damaligen römischen Elendsquartier Trastevere den Schulbesuch zu ermöglichen. Und er hatte in Österreich mit Hartmann Thaler einen Pater als Mitglied, der als Wehrmachtssoldat in sowjetische Gefangenschaft geriet und dieser Tage 100 Jahre alt geworden wäre. Die Rede ist vom Orden der Piaristen. Er ist heute in 38 Ländern aktiv, führt ca. 200 Schulen auf vier Kontinenten, in denen fast 130.000 Kinder unterrichtet werden. Sein Gründer Josef Calasanz war eine ausgesprochen charismatische Persönlichkeit. – Gestaltung: Roberto Talotta

Friedlich und verfolgt – Zum 200. Geburtstag des Bahāʾullāh

Dizzy Gillespie, einer DER Trompeter der Jazz-Geschichte, hat bei seinen Konzerten immer wieder sein persönliches Credo unter die Leute gebracht: „Entweder eine Welt oder keine Welt“. Gillespie war Mitglied der Religionsgemeinschaft der Bahai und die Einheit der Welt und der Menschen ist eine ihrer zentralen Botschaften. Heuer, genauer in den kommenden Tagen, feiert die Bahai-Religion ein besonderes Jubiläum: Der Geburtstag ihres Stifters Bahāʾullāh jährt sich zum 200. Mal.

Die vergleichsweise junge Religionsgemeinschaft ist im 19. Jahrhundert im heutigen Iran entstanden. Sie stellt dort mit rund 300.000 Menschen die größte religiöse Minderheit, weltweit gibt es circa sechs Millionen Bahai. Festivitäten zum 200-Jahr-Jubiläum finden am 22. Oktober weltweit, so auch in Österreich, statt. Kerstin Tretina hat mit Mitgliedern der österreichischen Bahai-Gemeinde über ihren Stifter und dieses besondere Geburtstagsfest gesprochen – und Andreas Mittendorfer hat in Israel eine der heiligsten Stätten der Bahai besucht, den Schrein des Bab, der als der Wegbereiter des Bahāʾullāh gilt. – Gestaltung: Kerstin Tretina und Andreas Mittendorfer

Hochzeit und Hölle – Bibelessay zu Matthäus 22, 1 - 14

Es ist ein für Gläubige gleichermaßen verheißungsvolles wie verstörendes Gleichnis, das in den römisch-katholischen Messfeiern am sogenannten 28. Sonntag im Jahreskreis als Evangelientext vorgesehen ist. Darüber hat Helga Kohler-Spiegel nachgedacht. Die katholische Theologin lehrt an der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg und sie ist Psychotherapeutin und Psychoanalytikerin in Feldkirch.

Bibelessay zu Matthäus 22, 1 – 14

Moderation: Martin Gross

Lebenskunst vom 15.10.2017 zum Nachhören:

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