90 Jahre Waldorf in Österreich

Themen: Neue Gedenkstätte in Mattersburg; Waldorfschulen in Österreich; Isolde Schönstein im Interview; Bibelessay von Mirja Kutzer

Ein Mahnmal gegen das Vergessen – Die neue Gedenkstätte in Mattersburg

Die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 ging als „Pogromnacht“ in die Geschichte ein. In dieser Nacht und auch an den darauffolgenden Tagen fanden im damaligen gesamten Deutschen Reich Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung statt. Synagogen und Geschäfte sowie Wohnhäuser der jüdischen Bevölkerung wurden in Brand gesteckt, Jüdinnen und Juden misshandelt, vertrieben und viele ermordet. Mit den Novemberpogromen 1938 begann die systematische Vertreibung, Enteignung und Vernichtung der Juden in der Zeit des Nationalsozialismus.

Lebenskunst
Sonntag, 12.11.2017, 7.05 Uhr, Ö1

Mattersburg, früher Mattersdorf, gehörte zu den sogenannten „Sieben Jüdischen Gemeinden“ des Burgenlandes, die ebenfalls 1938 aufhörten zu existieren. Im Gedenken an die vertriebenen und ermordeten jüdischen Mattersburgerinnen und Mattersburger wurde am 5. November unter Teilnahme von Bundespräsident Alexander van der Bellen eine Gedenkstätte eröffnet. – Gestaltung: Maria Harmer

Die etwas anderen Schulen - 90 Jahre Waldorf in Österreich

Vor 90 Jahren öffnete in Österreich die erste Waldorfschule ihre Tore. Mittlerweile besuchen hierzulande 2.700 Schülerinnen und Schüler Waldorfschulen. Dort wird ihr künstlerisch-handwerkliches Tun gefördert. Auf klassische Notengebung oder Sitzenbleiben verzichtet man. Ein ganzheitlicher Unterricht soll die Kinder in ihrer individuellen Entwicklung abholen. Die Pädagogik geht auf Rudolf Steiners Lehre der Anthroposophie zurück, einen „spirituell-orientierten Erkenntnisweg“. Doch mit welcher Idee gründete Rudolf Steiner die erste Waldorfschule? Mit welchen Motivationen wählen Eltern heute diese Schulform für Ihre Kinder? Und wie gestaltet sich der Unterricht, wenn Kinder durch Erleben lernen? Der Name geht jedenfalls auf damalige Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik in Stuttgart zurück. Für die Kinder der Arbeiterinnen und Arbeiter schuf Rudolf Steiner erstmals eine Schule dieser Art. – Gestaltung: Julia Wötzinger

Die Öko-Pionierin – Isolde Schönstein im Interview

Seit 25 Jahren engagiert sich Isolde Schönstein für ökosoziale Themen in der katholischen Kirche. Mit der „ARGE Schöpfungsverantwortung“ setzt sie sich für eine zukunftsfähige Lebenskultur auf der Basis der christlichen Soziallehre ein. Noch heute stehen Kirche und Gesellschaft vor großen Umweltproblemen. In der päpstlichen Enzyklika „Laudato Si“ rief Papst Franziskus 2015 zur ökologischen Bekehrung auf. Für Isolde Schönstein war das auch die Weiterführung einer kirchlichen Tradition. Über die Gründe sowie über vergangene und aktuelle ökosoziale Herausforderungen spricht sie im Interview mit Julia Wötzinger. Ein Beitrag im Rahmen des ORF-Schwerpunkts „MUTTER ERDE fragt nach – 2° sind mehr als du denkst“.

Bibelessay zu Weisheit 6, 12 - 16: Jahrtausende alte Weisheit

Am 32. Sonntag des katholischen Jahreskreises steht ein Ausschnitt aus dem sogenannten „Buch der Weisheit“ auf dem liturgischen Leseplan für die Sonntagsmesse. Diesem Abschnitt aus der im letzten Jahrhundert vor Christi Geburt entstandenen Schrift wendet sich Mirja Kutzer zu. Die katholische Theologin und Germanistin lehrt Dogmatik an der Universität Kassel.

Bibelessay zu Weisheit 6, 12 – 16

Moderation: Martin Gross

Lebenskunst 12.11.2017 zum Nachhören:

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