„Stille Nacht“ unterm Christbaum

Themen: Die Bedeutung der Gefängnisseelsorge; Licht ins Dunkel: Der Lichtblickhof; 200 Jahre „Stille Nacht“; Bibelessay von Gerhard Langer

Vertrauenswürdig – Über die Bedeutung der Gefängnisseelsorge

So kurz vor dem christlichen Weihnachtsfest sind die Tage häufig weniger besinnlich als stressig; für Menschen in Haft sind sie weiterhin durch vergitterte Fenster, verschlossene Türen und eine Stunde sogenanntem „Hofgang“ täglich geprägt.

Lebenskunst
Sonntag, 23.12.2018, 7.05 Uhr, Ö1

In Österreich sind derzeit knapp 9.000 Häftlinge in insgesamt 27 Anstalten inhaftiert. Inländer und Ausländerinnen. Menschen aus mehr als 100 verschiedenen Nationen und Angehörige von mehr als 20 unterschiedlichen Religionen und Konfessionen.

Das Recht auf Religionsfreiheit und Religionsausübung ist ein Menschenrecht und die Seelsorge als älteste Betreuungsform im Gefängnis im österreichischen Strafvollzugsgesetz fest verankert. Maria Harmer hat mit einem jungen Mann gesprochen, der von diesem Recht Gebrauch gemacht und dieses Angebot angenommen hat. Auch und gerade in den Tagen rund um Weihnachten.

Der Lichtblickhof – Das Ö1-Licht ins Dunkel Projekt

Alle Jahre wieder steht der ORF rund um Weihnachten ganz im Zeichen der Aktion „Licht ins Dunkel“. So auch Ö1. Hier unterstützt man heuer den „Lichtblickhof“ mit Niederlassungen in Wien und im niederösterreichischen Böheimkirchen. Getragen wird er vom Verein e.motion. Kinder in schwierigen Situationen: mit Behinderungen oder psychischen Problemen, mit schweren - auch todbringenden - Krankheiten oder schwerkranken Eltern werden hier begleitet. Und zwar mit Hilfe von tiergestützter Therapie. Vor allem - aber nicht nur - speziell ausgebildete Pferde kommen dafür zum Einsatz. Das Gefühl des Getragenseins, das Gefühl der Zuneigung eines Tieres - das keinen Unterschied macht, ob ein Mensch eine Behinderung hat oder nicht - all das wirkt ausgesprochen heilsam. Auf Körper, Geist und Seele. Brigitte Krautgartner hat den „Lichtblickhof“ besucht.

„Stille Nacht“ unterm Christbaum und in Schützengräben - Ein Essay von Cornelius Hell

Es ist das vielleicht bekannteste Lied der Welt: „Stille Nacht“, das die Geburt von Jesus als „Erlöser“ und „Retter“ thematisiert. Der Text geht auf ein Gedicht des oberösterreichischen katholischen Priesters Joseph Mohr zurück, die Musik stammt vom Salzburger Lehrer und Organisten Franz Xaver Gruber. In Oberndorf, Salzburg, trafen sich die Lebenswege der beiden. Zusammen schufen sie das weltbekannte Weihnachtslied, das sie zum ersten Mal in der Mette in der St. Nikola-Kirche in Oberndorf am 24. Dezember 1818 – vor genau 200 Jahren – erklingen ließen.

Buchhinweise:

  • Werner Thuswaldner, „Stille Nacht, Heilige Nacht - Die Geschichte eines Liedes“, Residenzverlag
  • Thomas Hochradner und Michael Neureiter, „Stille Nacht - Das Buch zum Lied“, Verlag Anton Pustet

2011 in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes Österreichs aufgenommen, ist „Stille Nacht“ freilich weit mehr als „nur“ ein Lied. Ausgehend von der Frömmigkeitsgeschichte, den Zeitumständen, der Biografie des Textdichters Joseph Mohr und ausgehend von persönlichen Erlebnissen leuchtet der Literaturkritiker, Übersetzer und Theologe Cornelius Hell, selbst ein Salzburger, den religiösen Hintergrund des Liedes aus und fragt nach seiner Bedeutung für heute. Und er zeichnet nach, wie das Lied vor 100 Jahren in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs zum Friedenslied werden konnte.

Gesegnet bist du… - Bibelessay zu Lukas 1, 39 - 45

Am vierten Adventsonntag wird heuer in den römisch-katholischen Messfeiern ein Textabschnitt aus dem Lukasevangelium gelesen, in der jene Sätze vorkommen, die den zweiten Teil des bekanntesten Mariengebets bilden, des „Gegrüßet seist du, Maria“: „Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deine Leibes.“ Gedanken dazu macht sich für die Lebenskunst der katholische Theologe und Judaist Gerhard Langer, er ist Professor am Institut für Judaistik an der Universität Wien.

Bibelessay zu Lukas 1, 39 – 45

Moderation: Martin Gross

Lebenskunst 23.12.2018 zum Nachhören:

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