Tannenbaum und Bohnenkönig

Themen: Über das Brauchtum in der Weihnachtszeit und zum Jahreswechsel; Rotraut Perner über zu Ende Gehendes; Interview mit Bischof Hermann Glettler; Bibelessay von Helga Kohler-Spiegel

Tannenbaum und Bohnenkönig – Über das Brauchtum in der Weihnachtszeit und zum Jahreswechsel

Die Weihnachtszeit ist ebenso wie der Jahreswechsel mit einem reichen Brauchtum verbunden, Feuerwerke und Bleigießen sind bekannt, hierzulande beliebt ist auch der mitternächtliche Donauwalzer oder in Wien das Läuten der Pummerin.

Buchhinweis:
Reinhard Kriechbaum, „Tannenbaum und Bohnenkönig - Geschichten und Bräuche rund um Advent und Weihnachten“, Verlag Anton Pustet

Die katholische Kirche gedenkt am 31. Dezember jenes Heiligen, der der Namensgeber des letzten Tages im Jahr ist: Papst Silvester der I. Er lebte Anfang des vierten Jahrhunderts und soll einer mittelalterlichen Legende zufolge, den am Aussatz erkrankten Kaiser Konstantin geheilt und getauft haben. Konstantin der Große soll ihm zum Dank das sogenannte Patrimonium Petri geschenkt haben und damit gleichsam den Grundstein für den heutigen Petersdom und Vatikan gelegt haben. Diese sogenannte „Konstantinische Schenkung“ ist allerdings eine wahrscheinlich im achten Jahrhundert erfolgte Fälschung, die die Macht und die territorialen Ansprüche der Päpste untermauern sollte.

Auf die Spuren des vielfältigen Brauchtums von Advent über den Jahreswechsel bis zum Ende der Weihnachtszeit hat sich der Journalist und Volkskundler Reinhard Kriechbaum begeben. „Tannenbaum und Bohnenkönig“ - so nennt sich das Büchlein, das daraus entstanden ist. Judith Fürst hat er mehr darüber erzählt.

Abschlüsse und Aufbrüche – Rotraut Perner über zu Ende Gehendes

Wenn das Jahr zu Ende geht, ist das für viele Menschen eine Zeit, in der sie zurück schauen und über manches Bilanz ziehen. Gut möglich, dass dabei die Erkenntnis reift, etwas abzuschließen, zu Ende zu bringen. Die Psychotherapeutin, evangelische Theologin und Pfarrerin Rotraut Perner spricht über die - ihrer Erfahrung nach - rechte Weise, wie man etwas gut zu einem Ende bringt, sodass Neues möglich wird. - Gestaltung: Brigitte Krautgartner

Rückschau und Ausblick – Ein Interview an der Jahreswende mit Bischof Hermann Glettler

Seit gut einem Jahr hat Innsbruck einen neuen katholischen Bischof und mit dem Steirer Hermann Glettler ist viel an neuem Schwung in die Diözese gekommen – nicht nur, weil er auch besonders kunstaffin ist. Für den 53-Jährigen muss sich die katholische Kirche im Hier und Jetzt bewegen. Das bedeutet für ihn auch deutlichere Signale in Richtung Laien, Frauendiakonat und wiederverheiratete Geschiedene.

Lebenskunst
Sonntag, 30.12.2018, 7.05 Uhr, Ö1

In Tirol steht er dabei vor der Aufgabe, zwischen dem traditionsbewussten und dem liberalen Lager zu vermitteln, eine neue Balance zu finden. Glettler will sich einmischen, ihm ist die Lebenswirklichkeit ein Anliegen und deswegen mischt er sich auch in die Politik ein, wenn ihm Entwicklungen zu Ungunsten von Randgruppen missfallen. Volker Obermayr hat mit Hermann Glettler in Innsbruck über seine bisherigen Erfahrungen und Absichten gesprochen.

Kind, wie konntest du uns das antun? - Bibelessay zu Lukas 2, 41 - 52

Sie liest sich wie die Geschichte einer ganz normalen Auseinandersetzung zwischen einem Teenager und seinen besorgten Eltern, jene Erzählung aus dem Lukasevangelium, die am ersten Sonntag nach Weihnachten, an dem in der katholischen Kirche das „Fest der Heiligen Familie“ gefeiert wird, in den Messfeiern auf dem Leseplan steht. Darüber denkt in der Lebenskunst Helga Kohler-Spiegel nach. Sie ist katholische Theologin, Psychotherapeutin und Psychoanalytikerin in Vorarlberg.

Bibelessay zu Lukas 2, 41 – 52

Moderation: Martin Gross

Lebenskunst 30.12.2018 zum Nachhören: