Islamische Zeitrechnung

Mondkalender seit der „Hidschra“ (622 n.Chr.)

Die islamische Zeitrechung basiert auf Mondjahren und beginnt im Jahr 622 n. Chr., dem Jahr der „Hidschra“ (Auswanderung), in dem der islamische Prophet und Religionsstifter Mohammed von Mekka nach Medina auswanderte. Muslimische Jahreszahlen werden mit dem Zusatz „AH“ (Anno Hidschra; nach der Hidschra) versehen.

Daten umrechnen

Um islamische Jahre (H) in christliche Jahre (C) umzurechnen, kann man diese Formel heranziehen: C = H * 32/33 +622. Umgekehrt: H = 33/32 * (C - 622). Online-Konvertoren (Universität Zürich) berechnen taggenau.

Der islamische Kalender ist wie der jüdische Kalender in zwölf Mondmonate eingeteilt. Ein Mondjahr ist um elf Tage kürzer als ein Sonnenjahr im gregorianischen Kalender. Im Gegensatz zum jüdischen Kalender kompensiert der islamische Kalender die fehlenden Tage nicht durch ein Schaltjahrsystem. Dadurch rücken die Monate jedes Jahr um elf Tage vor, weswegen die Feste im Jahreskreis in unterschiedlichen Jahreszeiten stattfinden. Neben dem islamischen Kalender wird in muslimischen Gesellschaften für das Alltags- und Wirtschaftsleben auch der gregorianische Kalender genutzt. Im Iran ist außerdem ein Sonnenkalender, der mit der Hidschra beginnt, in Gebrauch.

Muslim betet zu Neumond
Reuters/Adrees Latif
Der Neumond zeigt den Beginn des neuen Monats an.

Die zwölf islamischen Monate

Mit dem Neulicht, der schmalen Sichel des Neumonds, endet ein Monat, ein neuer beginnt. Zeigt sich das Neulicht nicht, endet ein Monat nach 30 Tagen. Von den zwölf Monaten sind der Fastenmonat Ramadan und der letzten Monat im Jahreskreis, Dhu l-Hiddscha als Zeit der großen Pilgerfahrt („Hadsch“) und dem Opferfest („Id al-Adha“), besonders bedeutend. Auf den 10. Muharram fällt ein wichtiges schiitisches Fest, Aschura. Dhu l-Qa’da, Dhu -Hiddsch, Muharram und Radschab werden als „Haram“-Monate (unantastbare Monate) bezeichnet. Diese Monate sind dem Frieden geweiht, Auseinandersetzungen sind untersagt.

Die islamischen Monate heißen:

  1. - Muharram
  2. - Safar
  3. - Rabi’u l-awwal
  4. - Rabi’u th-thani
  5. - Dschumada l-ula
  6. - Dschumada th-thaniya
  7. - Radschab
  8. - Scha’ban
  9. - Ramadan
  10. - Schawwal
  11. - Dhu l-qa’da
  12. - Dhu l-Hiddscha

Die islamische Woche

Die Woche hat auch im islamischen Kalender sieben Tage und dauert wie im jüdischen Kalender von Sonntag bis Samstag. Der wöchentliche Feiertag der Muslime ist der Freitag als der Tag, an dem Gott Adam erschaffen haben soll. Auf Arabisch heißt der Freitag „Jawm al-Dschum’a" (Tag der Zusammenkunft“, weil sich alle männlichen Muslime in der Freitagsmoschee zum Freitagsgebet versammeln müssen. Während alle anderen Wochentagsnamen durchnummeriert sind, wie „Jom al-ahad“ (wörtlich: der erste Tag; Sonntag), ist der Freitag der einzige Tag, der einen besonderen Namen hat. In den meisten muslimischen Ländern ist der Freitag heute arbeitsfrei, wobei Arbeitsruhe im Gegensatz zum jüdischen Schabbat nicht vom Religionsgesetz vorgeschrieben gibt.

Übersichtsartikel zum Islam

Siehe dazu auch im ORF-Religionslexikon: