Apostelkonzil

Regelung der Apostel für den Übertritt von Heiden zur Kirche

Als „Apostelkonzil“ wird ein Ereignis bezeichnet, von dem die Apostelgeschichte (Kapitel 15) und der Galaterbrief (Gal 2, 1-10) berichten. Danach haben sich die Apostel etwa um das Jahr 48 mit Paulus getroffen und eine zukunftsträchtige Entscheidung getroffen: Strenggläubige Juden, die Christen geworden waren, wollten, dass Heiden zuerst Juden werden, ehe sie Christen sein können. Das hätte bedeutet, sich beschneiden zu lassen und den strengen jüdischen Speisegeboten unterworfen zu sein - siehe dazu den Eintrag Koscher. Dagegen wehrte sich Paulus und er warf ihnen vor, die „Freiheit, die wir in Christus Jesus haben, argwöhnisch zu beobachten und uns zu Sklaven zu machen“ (Gal 2, 4).

Unterdessen hatte aber Paulus bereits Heiden für den Glauben an Jesus Christus gewonnen. Nach der Apostelgeschichte war es Petrus, der damit argumentierte, dass Gott bereits die Entscheidung getroffen habe, indem er den bekehrten Heiden den Heiligen Geist gegeben hatte. Das Ergebnis der Beratungen bestand darin, dass von den Heidenchristen nichts weiter verlangt wurde, als Götzenopferfleisch, Blut und Ersticktes (also nicht geschächtetes Fleisch) und Unzucht zu meiden. Damit war gewährleistet, dass auch gemischte Tischgesellschaften aus Juden- und Heidenchristen möglich waren.

Für die weitere Geschichte des Christentums war diese Entscheidung von wesentlicher Bedeutung. Damit erst konnte aus einer jüdischen „Sekte“ eine Weltreligion werden.

Übersichtsartikel zum Christentum

Siehe dazu auch im ORF-Religionslexikon: