Martin Luther – Ein Mönch gegen Höllengeschäfte

Was ist schiefgelaufen hinter den Mauern des Vatikans? Warum hat die Zentrale der Kirche den Mönch aus Wittenberg dermaßen unterschätzt? Die Doku „Martin Luther – Ein Mönch gegen Höllengeschäfte“ begibt sich auf die Spuren eines Konflikts, der wie kein zweiter die europäische Geschichte und das christliche Selbstverständnis geprägt hat.

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ORF

Sendungshinweis

Dienstag, 31. Oktober 2017
um 23.10 Uhr, ORF 2

„kreuz und quer“ – präsentiert von Doris Appel – steht am Dienstag, dem 31. Oktober 2017, im Zeichen von „500 Jahre Reformation“:

Martin Luther – Ein Mönch gegen Höllengeschäfte

Die „kreuz und quer“-Dokumentation holt den Reformator und seinen lebensgefährlichen Kampf gegen die mächtigste Institution seiner Zeit in die Gegenwart.

Die Kritik Luthers am Ablass-Handel, an den „Höllengeschäften“, weitete sich bald zu grundlegen Reformforderungen aus, die schließlich zur Reformation führten. Die filmischen Reenactments mit modernen Requisiten holen die Handlung der Reformation in die Gegenwart.

Alexander Beyer als Luther in Lebensgefahr macht den erbittert geführten Krieg um die Ausrichtung der katholischen Kirche erleb- und verstehbar.

Wie würde Martin Luther heute handeln? Kann man heute nachempfinden, was es bedeutete, dass der Reformator mit Thesenanschlag und Buchdruck moderne Kommunikationsmöglichkeiten seiner Zeit nützte? Trotz aller Unterschiede zu heute spielt der Film – zum Teil mit Augenzwinkern – mit Vergleichen zur Gegenwart.

Die Geschichte der Reformation wird im Vorfeld des 500-Jahr- Jubiläums des Thesenanschlags (2017) somit erstmals aus einem ganz neuen Blickwinkel betrachtet. Dabei stellt die Dokumentation die Ereignisse nicht nur in einen gesamthistorischen Kontext, sie analysiert sie aus heutiger Sicht und erforscht, was die damals Handelnden hätten anders machen können oder sollen.

So zeigen sich die Abläufe als das, was sie waren: als politisches und religiöses Drama, das mit vielen Wendepunkten, einer technisch-medialen Revolution und populären Namen gewürzt ist.

Die Autoren und Regisseure Thomas Furch und Florian Kröppel werfen somit neues Licht auf die Fakten und auf den damaligen Blickwinkel des Vatikans auf die Causa Luther. Ein exklusiver Zugang zu den vatikanischen Archiven ermöglicht dabei die Suche nach bisher unveröffentlichten Akten.

Auf der einen Seite die Metropole Rom mit der mächtigen und reformunwilligen römisch-katholischen Kurie. Auf der anderen Seite das kleine Universitätsstädtchen Wittenberg mit dem katholischen Revolutionär und Umstürzler Martin Luther, der Neuerung und Verbesserung sucht.

Wissenschaftliche Expertise liefern namhafte Kirchenhistoriker, erfahrene Krisen-PR-Manager, Vatikan-Insider und Psychologen: Die evangelische Theologin und frühere Oberkirchenrätin Petra Bahr, der katholische Kirchenhistoriker Rolf Decot, der Kommunikationsexperte Kai vom Hoff und Christine Grafinger, die österreichische Handschriftenexpertin im Vatikanischen Geheimarchiv, analysieren jeden Schritt aus heutiger Perspektive, während in spannenden Spielszenen mit moderner Bildsprache erzählt wird, was genau wann in Rom und Wittenberg passierte.

Buch und Regie: Thomas Furch und Florian Kröppel
ORF-Redaktion: Helmut Tatzreiter