Kiribati

ORF/Eyestill Film

Weltuntergang - Wie Kiribati im Meer versinkt und „Die Waldmenschen“

Kiribati, ein pazifischer Inselstaat mit rund 115.00 Einwohnerinnen und Einwohnern, wird bis spätestens 2060 unbewohnbar und bis 2070 zur Gänze überflutet sein. Schuld daran ist der Anstieg des Meeresspiels durch die vom Menschen verursachte globale Klimaerwärmung infolge der unkontrollierten Emission von Treibhausgasen.

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ORF

Sendungshinweis

Dienstag, 28. Mai 2018
um 22.35 Uhr, ORF 2

Der kanadische Filmemacher Matthieu Rytz zeigt in seinem Dokumentarfilm „Weltuntergang“, wie Anote Tong, von 2003 bis 2016 Präsident der Republik Kiribati, eine neue Heimat für sein bedrohtes Volk sucht.

Der Inselstaat Kiribati erstreckt sich über alle vier Hemisphären: Er liegt nördlich und südlich des Äquators sowie westlich und östlich der internationalen Datumsgrenze. Fast alle Inseln sind sehr flach, sie erheben sich weniger als zwei Meter aus dem Wasser und sind deshalb vom Ansteigen des Meeresspiegels extrem bedroht. Das haben die schweren Katastrophen der vergangenen Jahre gezeigt: Der Zyklon Pam hat im Jahr 2015 zu schweren Überschwemmungen geführt und eine Spur der Verwüstung auf dem Inselstaat hinterlassen. Im Jahr darauf hat auch der Zyklon Winston schwere Schäden verursacht.

Angesichts der steigenden Gefährdung begann Anote Tong die Weltöffentlichkeit auf das dramatische Schicksal seiner Heimat hinzuweisen. Und er setzte Maßnahmen, um seinem Volk das Überleben zu sichern. So erwarb er auf den Fidschi-Inseln 20 Quadratkilometer Land als mögliche neue Heimat für das Volk von Kiribati, wenn die Inseln endgültig überflutet sein werden.

Doch was bedeutet es für Menschen, wenn sie ihre Heimat verlassen müssen? Sermary und Ato, ein junges Ehepaar aus Kiribati, hat diesen Schritt bereits gesetzt. Sie sind nach Neuseeland gezogen, um ihren Kindern eine sichere Zukunft zu ermöglichen.

Der Filmemacher Matthieu Rytz hat seinen spektakulären Dokumentarfilm den Einwohnerinnen und Einwohnern von Kiribati gewidmet, in der Hoffnung, dass ihr Überleben gesichert wird.

Regie: Matthieu Rytz
Deutschsprachige ORF-Fassung: Rosemarie Pagani-Trautner

Leben auf Retomada bei Dourados

ORF/ORF Landesstudio Steiermark/Thomas Bauer

Die Waldmenschen

Regisseur Gernot Lercher hat die „Waldmenschen“ ‒ wie die Guaraní, die größte indigene Volksgruppe Brasiliens, genannt werden ‒ im Bundesstaat Mato Grosso do Sul besucht und dokumentiert ihren verzweifelten Kampf um ein Stück Erde und ihre tiefe, spirituelle Verbundenheit mit der Natur.

„Guarani“ heißt übersetzt „Waldmenschen“. Sie sehen sich als Beschützer des Waldes, nicht nur für sich, sondern für die gesamte Menschheit. In tiefer Verbundenheit mit dem Land ihrer Ahnen liegen ihre sprichwörtlichen Wurzeln ‒ ihre spirituelle Heimat ‒ in den einst weitläufigen Waldgebieten Brasiliens. Bäume sind für sie beseelte Wesen.

In vielen früheren Stammesgebieten der Guarani gibt es jedoch schon lange keinen Wald mehr. Mato Grosso do Sul, der „Große Wald des Südens“, steht exemplarisch dafür. Die Wälder, die diesem Bundesstaat einst den Namen gegeben haben, wurden zugunsten von Sojafeldern und Viehweiden weitgehend gerodet, die Guarani zugleich von ihrem Land vertrieben und in Reservate gezwungen. Seit der Kolonialisierung Südamerikas haben die Guarani nahezu ihr gesamtes Land verloren. Noch ist ihr Widerstand nicht gebrochen.

An den äußersten Rand der Gesellschaft gedrängt und ihrer Lebensgrundlage beraubt, besetzen Stammesgruppen immer wieder Land- und Waldgebiete, die sie als ihren ursprünglichen Grund und Boden erachten. Die Folge sind gewaltsame Konflikte mit Großgrundbesitzern. Auseinandersetzungen, die in den vergangenen Jahren Hunderte Opfer unter den Guarani gefordert haben.

Regisseur Gernot Lercher hat die Guarani in Mato Grosso do Sul besucht und zeigt in seinem Film ihren Kampf für die Rückgewinnung von traditionellem Land. Der Film gibt seltene Einblicke in die schwierige Lebenssituation von Brasiliens „Waldmenschen“ und ihre tiefe Verbundenheit mit der Natur.

Regie: Gernot Lercher