„Der Heilige Geist“. Teil 1

Eine Dimension menschlicher Erfahrung: „Heiliger Geist“ – manche zucken zusammen oder verdrehen die Augen, wenn sie diesen Begriff hören. Er scheint überhaupt nicht in unsere moderne Welt zu passen.

Vielleicht auch deshalb, weil man sich darunter etwas Bildliches vorstellt, eine herabstürzende Taube oder Feuerszungen, wie es die christlichen Ikonografen vielfach dargestellt haben. Oder man befürchtet, hier werde nun der rationale Diskurs verlassen und mit dem Geist eine metaphysische Konstruktion aus dem Hut gezaubert, ein Mythos, mit dem man Nichtreligiöse mangels guter Argumente schachmatt setzt.

Logos
Samstag, 19.5.2018, 19.05 Uhr, Ö1

Geist ist ein Phänomen, das Menschen aus ihrem Leben kennen. Ursprüngliche Erfahrungen, Erkenntnisvorgänge, Wandlungs- und Reifungsschritte des Menschen sind Vorgänge, bei denen Geist und Geisterfahrung eine große Rolle spielen. Geist ist aber auch ein Begriff der Religion und Philosophie. Philosophen wie Friedrich Schleiermacher sprechen vom „Gemeingeist“. Friedrich Hölderlin nennt ihn die „gemeinschaftliche Gottheit“ und Ludwig Feuerbach den „Gott, der Ich und Du und uns verbindet“.

Wovon ist die Rede, wenn vom (heiligen) Geist gesprochen wird? Unterscheidet er sich von profanen Geisterfahrungen? Wenn ja, wie? Wie erfahren Menschen Geist heute in ihrem Alltag? Eine Sendung am Vorabend des Pfingstfestes der Westkirche, das traditionell die „Ausgießung des Heiligen Geistes“ thematisiert.

Gestaltung: Johannes Kaup

Logos 19.5.2018 zum Nachhören: