Orthodoxie

Weitere Kirche anerkennt Autokephalie nordmazedonischer Kirche

Mit der orthodoxen Kirche in Tschechien und der Slowakei hat eine weitere orthodoxe Landeskirche die Unabhängigkeit (Autokephalie) der orthodoxen Kirche Nordmazedoniens anerkannt.

Wie der Pro Oriente-Informationsdienst am Freitag berichtete, hat der Heilige Synod bei seiner jüngsten Sitzung in Presov die Schreiben des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios zur Wiederherstellung der eucharistischen Gemeinschaft mit der Kirche in Nordmazedonien sowie das Schreiben (Tomos) der Serbisch-orthodoxen Kirche zur Gewährung der Autokephalie vom 20. Mai 2022 „mit Dank und Freude“ angenommen.

Geleitet wurde die Bischofsversammlung vom Metropoliten von Tschechien und der Slowakei, Rastislav. Die Anerkennung wurde laut Pro Oriente auf der Website der orthodoxen Kirche in Tschechien und der Slowakei veröffentlicht.

Die Orthodoxe Kirche der tschechischen Länder und der Slowakei – so der offizielle Titel – hat etwa 75.000 Gläubige, von denen rund ein Drittel in Tschechien und zwei Drittel in der Slowakei leben. Die orthodoxe Kirche der ehemaligen Tschechoslowakei blieb nach der Teilung des Landes vereint.

Ärger mit Konstantinopel

Die Zahl der orthodoxen Landeskirchen, die die „Mazedonische Orthodoxe Kirche – Erzbistum Ohrid“ als autokephal anerkennen, wird damit immer größer. Neben der tschechisch-slowakischen Kirche haben inzwischen auch die rumänische und bulgarische Kirche, die Kirchen von Russland, Polen, Antiochien und der Ukraine (Ukrainisch-orthodoxe Kirche) ihre Autokephalie anerkannt.

Das Patriarchat von Konstantinopel hat zwar bereits im Mai 2022 die Eucharistiegemeinschaft mit Nordmazedonien wieder hergestellt, ist allerdings über die Verleihung der Autokephalie durch die Serbisch-orthodoxe Kirche verärgert, da laut Konstantinopel nur das Ökumenische Patriarchat dazu befugt ist.

Nicht von allen anerkannt

Die Orthodoxe Kirche Griechenlands lehnt die Autokephalie der nordmazedonischen Orthodoxie aus dem gleichen Grund ebenfalls (noch) ab. Entsprechend der Entscheidung des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios nahm sie aber ebenfalls die Kirchengemeinschaft mit der nordmazedonischen Kirche auf. Geistliche der nordmazedonischen Kirche haben zudem mit Geistlichen des Patriarchats von Jerusalem sowie der „Orthodox Church in America“ konzelebriert, obwohl sich deren Leitungen mit der Frage der Anerkennung offiziell noch nicht befasst haben.

Die Orthodoxe Kirche in Griechenland und das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel stoßen sich außerdem an der Bezeichnung „mazedonisch“ im Namen der neuen unabhängigen Landeskirche, da sie den Namen exklusiv für die griechische Region Mazedonien beanspruchen.

Ökumenisches Patriarchat am Zug

Auch die jüngste Entscheidung der Rumänisch-orthodoxen Kirche zur Anerkennung der nordmazedonischen Autokephalie hatte in Konstantinopel und Athen für Unmut gesorgt. Die Gewährung der Autokephalie sei übereilt erfolgt. Nun hat das Patriarchat in Bukarest diese Woche eine Erklärung veröffentlicht, die den Konflikt wieder entschärfen dürfte. Man erwarte nun, dass Konstantinopel einen finalen Konsultationsprozess startet, panorthodoxe Einigkeit herstellt und dann eine finalen Tomos (Erlass) erlässt.