„Umbanda“ - Brasiliens heilende Geister

Ein karger Raum im ersten Stock eines Wohnhauses in Rio de Janeiro. Kräuter sind über die Tische verteilt, über der Tür eine Marienstatue aus Gips. Der mystisch-spirituelle Umbanda-Ritus zählt zu den dynamischsten und einflussreichsten Religionen Südamerikas.

Umbanda grenzt sich sowohl vom Spiritismus als auch vom Candomblé ab und integriert in ihr ursprünglich von afrikanischen Sklaven stammendes Glaubenssystem katholische, indigene, kabbalistische, hinduistische oder buddhistische Werte.

Rio Christo Redentor Umbanda Brasilien

ORF/Alexandra Mantler

Christo Redentor: Die katholische Kirche hat kaum Berührungsängste mit der Umbanda, viele Gläubige praktizieren beides.

Bei speziellen Heilungs-Ritualen begeben sich geschulte Personen als „Medien“ in Trance, um die Geister von ihren Körpern Besitz ergreifen zu lassen und die heilenden Kräfte durch Handauflegung an Hilfesuchende weiterzugeben. Die Geister werden bei gesundheitlichen Problemen ebenso um Hilfe gebeten wie bei Liebeskummer oder Arbeitslosigkeit.

Tao
Samstag, 28.1.2017, 19.05 Uhr, Ö1

Vielen der erstarkenden evangelikalen Freikirchen in Brasilien sind diese traditionellen bzw. synkretistischen Religionen wie Candomblé oder eben Umbanda ein Dorn im Auge, werden als „Teufelszeug“ verunglimpft und so kommt es immer wieder auch zu gewaltsamen Übergriffen gegen die Anhänger dieser Kulte.

Rio Favela Umbanda Brasilien

ORF/Alexandra Mantler

In den Favelas sind die Freikirchen auf dem Vormarsch.

Gestaltung: Alexandra Mantler

Tao 28.1.2017 zum Nachhören: