„Bitte seien Sie achtsam“

Ein Trend und seine buddhistischen Wurzeln: Nicht nur in der Wiener U-Bahn hört man seit einiger Zeit: „Bitte seien Sie achtsam“. Achtsamkeit ist als Methode der Konzentration und Meditation seit mehreren Jahren sehr gefragt, als Modewort mittlerweile fast schon inflationär verwendet.

Der Hype um die Achtsamkeit hat gar nicht geringe Teile der Bevölkerung erfasst: Man besucht Wochenend-Workshops, um Achtsamkeit zu trainieren oder lädt sich Apps für das Handy herunter, um Achtsamkeit in den Alltag zu integrieren.

Tao
Samstag, 8.6.2019, 19.05 Uhr, Ö1

Mit hartem Training zur Achtsamkeit

Was Achtsamkeit eigentlich bedeutet, wird auf vielfältigste Weise interpretiert. Manche verstehen darunter eine generelle Haltung oder einen Bewusstseinszustand, manche eine Methode zur Stressbewältigung und für manche ist sie viel mehr als das. Das Konzept der Achtsamkeit entstammt historisch gesehen dem Buddhismus. Als grundlegende Praxis der Meditation ist es den meisten Strömungen bekannt, wird aber besonders in der Theravada-Tradition Burmas geübt und weitergegeben. Diese Art der Achtsamkeitsmeditation wird Vipassana genannt.

Aus den verschiedenen Formen der buddhistischen Achtsamkeitsübung haben sich in den 1960er und 1970er Jahren im sogenannten Westen unterschiedliche Adaptionen vor allem für den medizinischen und psychotherapeutischen Kontext entwickelt. Der Molekularbiologe Jon Kabat-Zinn hat die spirituellen Verweise und Bezüge dieser Meditationstechnik entkernt und in den USA daraus die mittlerweile weltweit verbreitete „Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion“ (MBSR – Mindfulness Based Stress Reduction) gemacht – ein Programm zur Stressbewältigung. Kerstin Tretina hat Menschen begleitet, die fortan achtsam(er) leben möchten und dafür ein hartes Training auf sich nehmen; und sie hat Philosoph/innen und Religionswissenschaftler/innen gefragt, was hinter dem geläufigen Schlagwort Achtsamkeit steckt.

Gestaltung: Kerstin Tretina

Tao 8.6.2019 zum Nachhören (bis 7.6.2019):

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