„Der Wert des Geschlechts“

Frauen im Koran: Jungfrau und Tochter, Ehefrau und Mutter: Im Islam – und nicht nur dort – werden Frauen über ihr Verhältnis zu Männern definiert.

Folgsam und schweigsam sollen sie sein, liest man in den Quellen, und bedecken sollen sie sich. Das Thema Frauen(rechte) im Koran birgt nicht wenige heikle Punkte: Von Polygamie ist da die Rede, von Gewalt gegen Frauen und von diskriminierendem Erbrecht. Aber auch von Ebenbürtigkeit und Gleichberechtigung.

Tao
Samstag, 16.11.2019, 19.05 Uhr, Ö1

Kämpfer für Frauenrechte?

„Frauenfeindlichkeit und Islam gehören für viele scheinbar zusammen. Daran gibt es nichts zu beschönigen, aber vieles zu ändern“, schreibt der bayerische Imam Benjamin Idriz in seinem kürzlich erschienenen Buch „Der Koran und die Frauen“. Der gebürtige Mazedonier steht der Islamischen Gemeinde Penzberg und dem „Münchner Forum für Islam“ vor und hat sich zum Ziel gesetzt, die vielen Behauptungen und Positionen, die von Nicht-Muslim/innen wie Muslim/innen vertreten werden, zu hinterfragen. In seiner Gemeinde möchte er – wie er sagt – einen Islam verwirklichen, „der auf dem Boden des Koran diskriminierende Missstände im Verhältnis von Männern und Frauen überwindet“.

Idriz bezeichnet den Propheten Muhamad als Kämpfer für Frauenrechte. Ist das zulässig oder nur provokant? Was sagen die Quellen des Islam tatsächlich über die Stellung der Frauen? Sind sie nur Besitz der Männer oder selbstbestimmte Subjekte? Wie interpretieren Musliminnen und Muslime die durchaus ambivalenten Aussagen im Koran? TAO hat mit dem Penzberger Imam Benjamin Idriz und mit Muslim/innen in Österreich gesprochen.

Gestaltung: Kerstin Tretina

Tao 16.11. zum Nachhören (bis 15.11.2020):

Buchhinweis:

Benjamin Idriz, „Der Koran und die Frauen. Ein Imam erklärt vergessene Seiten des Islam“, Gütersloher Verlagshaus