„Die östliche Hochburg“

Evangelische im Burgenland: 500 Jahre Reformation und die Folgen: Etwa 14 Prozent der Gesamtbevölkerung des Burgenlandes sind evangelisch. Das ist der höchste Wert in ganz Österreich.

Einige burgenländische Ortschaften haben sogar eine große protestantische Mehrheit, Loipersbach im Bezirk Mattersburg zum Beispiel mit 83 Prozent und Oberschützen im Bezirk Oberwart mit 78 Prozent.

Memo
Dienstag, 15.8.2017, 19.05 Uhr, Ö1

Spannungsgeladene Geschichte

Die Erklärung liefert ein Blick in die Geschichte: Das Burgenland ist das „jüngste Bundesland Österreichs“. Bis zum Jahr 1921 war dieses Gebiet Westungarn. Die Geschichte der Evangelischen in der ungarischen Reichshälfte unterschied sich in vielem von jener der österreichischen. Die habsburgischen Herrscher erlaubten den ungarischen Magnaten größere religiöse Freiheit, vor allem in Zeiten, in denen sie sie im Kampf gegen die Türken besonders brauchten. So kam es im heutigen Burgenland zu einer zeitweise von den Grundherren geförderten Verbreitung des Protestantismus und daher gab es in dieser Gegend auch nie einen Geheimprotestantismus, dafür aber im 20. Jahrhundert eine Nähe zum „Deutschtum“ und eine gewisse Affinität zum Nationalsozialismus. Eine spannungsgeladene wie spannende Geschichte - und Gegenwart.

Maria Harmer hat sich in unterschiedlichen Teilen des Burgenlandes auf Spurensuche begeben: nach Mörbisch zum Beispiel, eine der Gemeinden mit einer „evangelischen Zweidrittel-Mehrheit“ und nach Oberschützen, ins „evangelische Schulzentrum“ des Burgenlandes. Sie war auch in Güssing, das unter der Herrschaft des „Calvinisten“ Balthasar Batthyány, evangelisch-reformierter (H.B.) Christ, eine intellektuelle – und reformierte – Hochburg war und hat mit dem Superintendenten der Evangelischen Kirche A.B. Burgenland ebenso gesprochen wie mit dem Direktor des „Landesmuseum Burgenland“, der die Sonderausstellung im Reformations-Jubiläumsjahr kuratiert hat.

Gestaltung: Maria Harmer

Memo 15.8.2017 zum Nachhören:

Link:

Landesmuseum Burgenland