„Wegzeichen“ und Erinnerungen von Bischof Iby

Der emeritierte Bischof Paul Iby blickt mit einem Memoirenband anlässlich seines 25. Bischofsjubiläums auf sein Leben im Dienst der Diözese Eisenstadt zurück.

Beinahe 18 Jahre, von Jänner 1993 bis Juli 2010, stand Paul Iby als Diözesanbischof an der Spitze der Diözese Eisenstadt. Getreu seinem Wahlspruch „Omnia in Caritate“ habe er mit Priestern und Laien einen Dialog auf Augenhöhe geführt, so einen Aussendung des Tyrolia-Verlags.

Für Frauendiakonat und freiwilligen Zölibat

Iby trat für einen freiwilligen Zölibat der Priester ein, für die Weihe von Frauen zu Diakoninnen und für mehr Mitsprache der Betroffenen bei Bischofsernennungen. Die Ökumene im Burgenland nahm in diesen Jahren konkrete Formen an. Iby war auch als österreichischer Jugendbischof tätig.

Buchcover von Pauls Ibys "Gott und dem Leben trauen. Erinnerungen und Wegzeichen"

Tyrolia Verlag

Buchhinweis

Paul Iby/Josef Bruckmoser: Gott und dem Leben trauen. Erinnerungen und Wegzeichen. Tyrolia-Verlag, 224 Seiten, 19,95 Euro

Geboren im burgenländischen Raiding, dem Geburtsort Franz Liszts, reifte in Iby früh der Entschluss, Priester zu werden. Schon bald nach seiner Weihe wurde er zum engsten Mitarbeiter von Bischof Stephan Laszlo, dem ersten Bischof der Diözese Burgenland. Als Caritas-Direktor entwickelte Iby eine besondere Nähe zu Benachteiligten und Ausgegrenzten.

Als am 4. Februar 1995 in Oberwart vier Roma durch ein Rohrbombenattentat getötet wurden, rief Bischof Iby eindringlich zur Versöhnung der Volksgruppen im Burgenland auf.

Kirchengeschichte und Persönliches

„Gott und dem Leben trauen“ besteht aus biografische Notizen des Bischofs, „der in stürmischer Zeit zu seinen Priestern und Laien stand und den Dialog mit Rom suchte und somit auch ein Rückblick auf ein bewegtes Stück österreichischer Kirchengeschichte, dabei aber voller persönlicher Erinnerungen - offen, ehrlich und immer das Miteinander erstrebend“, so der Verlag. Das Buch ist am 1. Oktober erschienen.

Koautor Josef Bruckmoser, geboren 1954 in Salzburg, ist Theologe und seit 1989 Redakteur bei den „Salzburger Nachrichten“ tätig. Als Kenner der katholischen Kirche in Österreich wirkte er bereits an den Memoiren der Bischöfe Johann Weber, Helmut Krätzl und Erwin Kräutler mit.

Präsentiert wird das Buch im Liszt-Zentrum, Lisztstraße 46, in Raiding am Freitag, 6. Oktober 2017, um 19.00 Uhr, danach findet eine Podiumsdiskussion statt. Am Mittwoch, 11. Oktober 2017, um 18.30 Uhr gibt es einen Vorstellungstermin in der Tyrolia Buchhandlung am Stephansplatz 5. In Eisenstadt finden gleich zwei Präsentationen statt, am Freitag, 13. Oktober 2017, um 18.30 Uhr in der Nentwich Buchhandlung, Hauptstraße 39, und am Mittwoch, 25. Oktober 2017, 19.00 Uhr im Haus der Begegnung, Kalvarienbergplatz 11 mit einer Begegnung mit dem Theologen Paul M. Zulehner.

religion.ORF.at

Link:

  • Brisanter Film: Missbrauch und Schuld der Kirche
    Der französische Regisseur Francois Ozon seziert in „Gelobt sei Gott“ einen hochaktuellen Fall massenhaften Missbrauchs an Buben durch einen französischen Priester, die Spätfolgen von sexueller Gewalt und den Umgang der katholischen Kirche mit den Opfern.
  • Seminarreihe: Ethische Dimension des Klimawandels
    Um die ethischen Dimensionen beim Thema Klimawandel dreht sich eine Seminarreihe der Donau-Uni-Krems in Kooperation mit dem Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRKÖ), der Allianz für Klimagerechtigkeit und „religions for future“.
  • Buch: Der Kardinal und die Ex-Ordensfrau
    Es war ein großes Medienereignis: Die frühere Ordensfrau und Autorin Doris Wagner und Kardinal Christoph Schönborn, einer der mächtigsten Männer in der römisch-katholischen Kirche, saßen einander in einem Gespräch gegenüber. Der Dialog erschien jetzt in Buchform.
  • Familienbilder von Liebe und Gewalt
    Liebe und Gewalt, Geborgenheit und Missbrauch: Familie formt und prägt uns auf unterschiedlichste Weise. „Family Matters“, die dritte große Schau des Dom Museums Wien seit der Neueröffnung im Oktober 2017, steckt den Begriff weit.
  • Amazonien als „Hölle“: Kräutler-Buch zur Synode
    Am 6. Oktober reist der frühere Amazonas-Bischof, Umwelt- und Menschenrechtsverfechter Erwin Kräutler zur Amazonien-Synode im Vatikan, an der er selbst maßgeblich beteiligt ist. Sein Buch zur Synode liegt bereits vor.
  • Abrechnung mit dem Zölibat
    Es ist eines der heißesten Eisen der römisch-katholischen Kirche: Der Zölibat gehört zu den umstrittensten ihrer Einrichtungen. Der renommierte Kirchenhistoriker Hubert Wolf hat dem Thema ein Buch in „16 Thesen“ gewidmet - eine Abrechnung.
  • Pilgern zu Rast- und spirituellen „Kraftorten“
    Im dichten europäischen Pilgernetzwerk spielt Österreich als beliebtes Pilgerland eine bedeutende Rolle: Hier gibt es mehr als 700 Pilgerwege. Auf vielen Wegen bieten Klöster und Ordenshäuser „als Kraftorte Rast, Gastfreundschaft und ein spirituelles Aufatmen an“.
  • Jüdisches Museum Wien zeigt Arik-Brauer-Werke
    Anlässlich des 90. Geburtstags der Wiener Künstlers Arik Brauer zeigt das Jüdische Museum Wien eine Ausstellung, die die verschiedenen Facetten seines Lebens und seiner Arbeit präsentiert.
  • Kaiser Maximilian und sein PR-Heiliger
    Im Maximilian-Jahr mangelt es nicht an Ausstellungen. Der Habsburger starb vor 500 Jahren, doch sein Nachruhm scheint ungebrochen. Dass das kein Zufall ist, sondern auf gründlicher PR-Arbeit fußt, zeigt die neue Jahresausstellung im Stift Klosterneuburg eindrucksvoll.
  • Christentum, Islam und das Erbe der Aufklärung
    Von der Aufklärung und ihrer Bedeutung für die europäische Kultur ist derzeit wieder viel zu hören und zu lesen - insbesondere, wenn es um Strategien gegen religiösen Fanatismus geht. Doch ist das Erbe der Aufklärung generell Religionsfeindlichkeit?