Wahlkampfthema: „Verteilungsgerechtigkeit“

Themen: Armut in Deutschland und Österreich; Klimaforscherin über die Folgen des Klimawandels; Mahnmal am Aspangbahnhof

Armut vor der eigenen Tür

„Verteilungsgerechtigkeit“ lautet das Schlagwort. Im gerade laufenden Bundestagswahlkampf in Deutschland ist dieses Thema präsent. Und auch beim österreichischen Nationalratswahlkampf klingen bekanntlich ähnliche Töne an. Im vergangenen Jahr hat unser Nachbarland Deutschland einen Budgetüberschuss von knapp 24 Milliarden Euro erzielt, dennoch ist auch das reiche und wirtschaftsstarke Deutschland nicht vom Phänomen Armut gefeit. Knapp 17 Prozent der Bevölkerung sind laut der EU-Vergleichsstatistik SILC armutsgefährdet, das sind rund 13 Millionen der 82 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner Deutschlands. Das bedeutet etwa, dass betroffene Einpersonen-Haushalte mit weniger als rund 1000 Euro pro Monat auskommen müssen.

Buchhinweis:
Georg Cremer, „Armut in Deutschland: Wer ist arm? Was läuft schief? Wie können wir handeln?“, Verlag C.H.Beck

Mit dem Phänomen „Armut in Deutschland“ hat sich der langjährige Generalsekretär des Deutschen Caritasverbandes, Georg Cremer, in seinem gleichnamigen Buch auseinandergesetzt. Andreas Mittendorfer hat ihn zur Armutssituation in Österreich und Deutschland befragt, und auch nach Veränderungsvorschlägen für die Politik. - Gestaltung: Andreas Mittendorfer

„Schöpfungszeit“ - Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb über Folgen des Klimawandels

Die Zeit zwischen dem 1. September und dem 4. Oktober gilt in den christlichen Kirchen als Schöpfungszeit. Diese Phase im Zeichen des Umweltschutzes wurde vor 10 Jahren ausgerufen - bei der dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung der Kirchen im rumänischen Sibiu/Hermannstadt, im Jahr 2007. Und in der Tat ist das ökologische Anliegen - die Schöpfungsbewahrung, so der christliche Ausdruck dafür - ein Thema, das die verschiedenen Kirchen verbindet, ungeachtet ihrer theologischen oder kulturellen Unterschiede.

Praxis
Mittwoch, 13.9.2017, 16.05 Uhr, Ö1

Die bekannte Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb hat im Rahmen der Ökumenischen Sommerakademie im Oberösterreichischen Benediktinerstift Kremsmünster über kurz- und langfristige Folgen des Klimawandels gesprochen und darüber, warum der Umweltschutz für sie einen „Prüfstein des Glaubens“ darstellt. - Gestaltung: Brigitte Krautgartner

Mahnmal am Wiener Aspangbahnhof

Er war einer der lange Zeit in Vergessenheit geratenen Orte Wiens, oder vielleicht wollte man sich auch nicht so genau erinnern. Die Rede ist vom ehemaligen Aspangbahnhof im dritten Wiener Bezirk Landstraße.

Aspangbahnhof Leon Zelman Park Mahnmal Deportierte

ORF/Andreas Mittendorfer

Mahnmal Aspangbahnhof im Leon Zelman Park in Wien Landstraße

Während des NS-Regimes wurden von dort mehr als 40.000 österreichische Jüdinnen und Juden deportiert, in die Konzentrations- und Vernichtungslager der Nationalsozialisten. Die meisten der deportierten Menschen stammten aus Wien: Frauen, Männer und Kinder.

Aspangbahnhof Leon Zelman Platz Mahnmal Deportierte Rudolf Gelbard

ORF/Andreas Mittendorfer

Holocaust-Überlebender Rudolf Gelbard wurde vom Aspangbahnhof deportiert.

Vergangene Woche wurde an dieser Stelle, im heutigen Leon Zelman Park, ein Mahnmal eröffnet, das an dieses dunkle Geschichtskapitel erinnern soll. - Gestaltung: Andreas Mittendorfer

Moderation: Alexandra Mantler

Praxis 13.9.2017 zum Nachhören:

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