„Politik mit Weitblick“: Kirchenwünsche an die neue Regierung

„Politik mit Weitblick“: Kirchenwünsche an die neue Regierung | 500 Jahre Reformation: „Da muss sich etwas ändern….“ | Revolutionäres Russland: Traum und Scheitern eines Priesters | Der Toten gedenken: Christliches Begräbnis für Tiere?

Sendungsprofil Orientierung
ORF

Sendungshinweis

„Orientierung“ am Sonntag, 05.11.2017, 12.30 Uhr, ORF 2 und am 07.11.2017, 10.35 Uhr, ORF III

„Politik mit Weitblick“: Kirchenwünsche an die neue Regierung

Mit teils durchaus griffigen Sprüchen und großen Versprechungen sind die Parteien in die Nationalratswahl gegangen. Jetzt geht es um die Umsetzung der Programme, zumindest für diejenigen, die schon bald mit Führungsaufgaben betraut werden.

Mit der Regierungsbildung wurde die stimmenstärkste Partei, „Die neue Volkspartei“, beauftragt. Was schon vor dem möglichen Abschluss der Koalitionsverhandlungen mit der FPÖ bekannt ist: Das Budget ist begrenzt und nicht alle Wünsche von Wählerinnen und Wählern werden Erfüllung finden.

Damit Arme und Schwache nicht auf der Strecke bleiben, mahnen Kirchenvertreter jetzt zu einer verantwortungsvollen Politik mit Weitblick. Die „Orientierung“ sprach mit Caritaspräsident Michael Landau, dem Direktor der Diakonie, Michael Chalupka, dem orthodoxen Metropoliten Arsenios Kardamakis, mit der Präsidentin der Katholische Aktion, Gerda Schaffelhofer und dem Präsidenten des Katholischen Familienverbandes, Alfred Trendl.

Gestaltung: Marcus Marschalek Länge: 8 Minuten

500 Jahre Reformation: „Da muss sich etwas ändern….“

“Da muss sich etwas ändern”. Das hat Martin Luther - etwas salopp formuliert - im Jahr 1517 von Kirche und Gesellschaft mit seinen Thesen gefordert. 500 Jahre später begehen die evangelischen Kirchen nun das Reformationsjubiläum.

Die „Orientierung“ fragt aus diesem Anlass, was sich denn heute ändern sollte. Seit Jahresbeginn macht deshalb ein Team der „Orientierung“ an unterschiedlichen Orten in ganz Österreich Station und fragt nach den Veränderungswünschen von Menschen. Ein Beispiel aus Graz: Nach dem Sonntagsgottesdienst in der römisch-katholischen Pfarre St. Andrae werden beim anschließenden Pfarrcafe Veränderungswünsche an die eigene Kirche formuliert.

Gestaltung: Marcus Marschalek; Mitarbeit: Katja Heine, Nihal Shousha, Désirée Prammer; Länge: 3 Minuten

Revolutionäres Russland: Traum und Scheitern eines Priesters

Die russische Oktoberrevolution, die sich in diesen Tagen zum hundertsten Mal jährt, hat eine lange Vorgeschichte. Schon im Februar 1917 kam es zu Aufständen, die die Abdankung des Zaren zur Folge hatten. Die sogenannte „Erste russische Revolution“ ereignete sich bereits 1905, nach einem schweren Zusammenstoß streikender Arbeiter mit dem Militär.

Zentrale Figur der Ereignisse von 1905 war ein russisch-orthodoxer Priester namens Georgij Gapon. Dem charismatischen Prediger gelang es, eine große Arbeiterorganisation auf die Beine zu stellen. Eigentlich sollte das eine regimetreue, orthodoxe Organisation sein. Doch bald geriet Gapon unter Druck der schon damals aktiven revolutionären Parteien.

Nachdem in St. Petersburg ein Streik ausgebrochen war, organisierte Gapon einen großen Marsch der Arbeiter zum Winterpalais des Zaren. Doch Soldaten eröffneten das Feuer auf die Demonstranten. Es wurde ein blutiger Sonntag, der die Revolution von 1905 zur Folge hatte.

Bericht: Christian Rathner, Länge: 8 Minuten

Der Toten gedenken: Christliches Begräbnis für Tiere?

„Wenn wir einem Tier ein christliches Begräbnis gestatten, dann helfen wir nicht dem Tier, sondern dem Menschen – dem Trauernden“, meint der katholische Moraltheologe Michael Rosenberger von der Katholischen Privatuniversität Linz und setzt sich u.a. mit diesem Argument auch für eine christliche Bestattung von Tieren ein.

Dagegen gebe es derzeit Vorbehalte der christlichen Kirchen, auch wenn es keine ablehnende lehramtliche Stellungnahme zu diesem Thema gebe. „Der Kirche tut es nicht gut, wenn sie vom hohen Ross meint, sie hätte die Wahrheit mit dem Löffel gefressen und wüsste überall, wo es langgeht“, meint Michael Rosenberger. Während es in Deutschland schon 120 Tierfriedhöfe gibt, existieren nur einige wenige in Österreich.

Tierbesitzer, die ihre verstorbenen Lieblingstiere auf dem Tierfriedhof in Wien bestatten lassen – wenn auch ohne kirchlichen Beistand - sind glücklich, diese Möglichkeit zu haben. „Die Erde besteht aus Menschen und Tieren und der Mensch ist vom Tier abhängig.

Daher soll der Mensch das verstehen und des Tiers gedenken. Mir bedeutet es sehr viel, dass ich meinen Hund hier auf dem Tierfriedhof würdevoll begraben durfte“, meint etwa der Wiener Johannes Brunneck.

Bericht: Zoran Dobric, Länge: 7 Minuten

Moderation: Günter Kaindlstorfer
Redaktionsleitung: Norbert Steidl