Schönborn und Vural zu Hagia Sophia

Hagia Sophia - Schönborn und Vural für Nutzung durch mehrere Religionen

Voneinander unabhängig haben sich der Wiener katholische Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn und der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich Ümit Vural dafür ausgesprochen, die Hagia Sophia von einem Museum nicht in eine Mosche umzuwandeln, wie es der türkische Präsident Erdogan plant, sondern sie für das Gebet mehrerer Religionen zu öffnen. Schönborn schreibt in seiner wöchentlichen Kolumne in der Gratiszeitung „Heute", „es wäre ein Traum, wenn die Hagia Sophia ein Zentrum der Begegnung der Religionen würde". Ähnlich plädierte ebenfalls am Freitag in einem Kommentar in der Tageszeitung „Der Standard“ Ümit Vural für eine „gemeinsame Nutzung“ der Hagia Sophia als Ort des Gebets und als Zeichen des, wie er formulierte, „Zusammenwachsens unserer Kulturkreise“.

Österreichische Orient-Gesellschaft Hammer-Purgstall in Konkurs

Die traditionsreiche „Österreichische Orient-Gesellschaft Hammer-Purgstall“ muss nach 62-jährigem Bestehen aus Geldmangel ihren Betrieb einstellen. Als Hauptgrund gab Vorstandsmitglied Heinz Nußbaumer an, dass immer mehr Subventionen eingestellt worden seien. Die Hammer-Purgstall Gesellschaft widmete sich vor allem der Pflege kultureller, wissenschaftlicher, politischer und wirtschaftlicher Kontakte zu den Ländern des Islamischen Orients in Nordafrika, dem Nahen und Mittleren Osten, Zentralasien und Südkaukasien. Weiters bot sie ein Veranstaltungsprogramm und Sprachkurse.

In einem Kommentar in der „Furche“ (aktuelle Ausgabe) schrieb Nußbaumer, das Ende der Orient-Gesellschaft stelle zugleich einen Abschied von einer jahrzehntelangen diplomatischen Tradition dar: Österreich habe früher auch als Kleinstaat seinen Ruf als neutraler Freund und Handelspartner der arabisch-islamischen Welt bewahren können. Heute habe der Orient nicht zuletzt durch Gewalt und Flüchtlingsbewegungen „viel an Magie verloren". Politiker würden befürchten, dass ihnen Islam-Verständnis Wählerstimmen kosten würde.“

Kritik am Aus der Orient-Gesellschaft kommt auch vonseiten der „Plattform Christen und Muslime“, die als Gründe „veränderte politische Interessen“ und zuletzt die Corona-Krise angaben.

Pilgern und Klöster-Angebote im Corona-Sommer

Wegen der Corona-Krise ist heuer bei Vielen Österreich-Urlaub angesagt. Das merken auch die zahlreichen Klöster und Stifte im Land. Die Angebote, die von prächtigen Stiftsgärten über Ausstellungen bis zum Urlaub im Kloster reichen, werden gut angenommen. Und: Auch das Pilgern freut sich im Corona-Sommer ungebrochener Beliebtheit. – Gestaltung: Andreas Mittendorfer

Moderation: Martin Gross

Religion aktuell 17.7.2020 zum Nachhören (bis 16.7.2021):

Mehr dazu:

Schönborn und Vural zu Nutzung der Hagia Sophia
(religion.ORF.at/APA; 17.7.2020)

Link:

Österreichische Orient-Gesellschaft Hammer-Purgstall