Brauchbar sein

Kräuterpfarrer Benedikt erinnert in den Morgengedanken an zwei Kräuterpfarrer früherer Jahrhunderte: an Sebastian Kneipp und an Johann Künzle. Heute geht es um ein ganz besonderes „Kraut“, um den Wegerich.

Morgengedanken 1.9.2017 zum Nachhören:

Kräuterpfarrer Johann Künzle hat auf ein Gewächs ganz große Stücke gehalten: Es ist der Wegerich, der den meisten von uns in beiden Arten des Spitz- bzw. des Breitwegerichs bekannt sein dürfte.

Kräuterpfarrer Benedikt Felsinger
ist Chorherr im Prämonstrantenser-Stift Geras in Niederösterreich

Talente und Eignungen

Der Schweizer Geistliche meinte: „Der Wegerich ist ein sehr verachtetes Kraut, ist aber unstreitig das erste und beste und häufigste aller Heilkräuter. Der liebe Gott hat es an alle Wege gestreut, in alle Wiesen und Raine gesetzt, damit du es stets zu Handen habest.“

Ich selbst schätze den Wegerich übrigens ebenso sehr. Im letzten Herbst noch hat er mich nach einem Wespenstich vor schmerzhaften Folgen dieses Stiches bewahrt. Aber er kann noch viel mehr.

Oft fragen wir ja nach dem Nutzen der Heilkräuter. Ist es jedoch nicht besser, nach der Eignung einer Pflanze zu fragen? Es ist doch so, dass wir Menschen ebenso verschiedene Talente und damit Eignungen besitzen. Und beides tut übrigens dem Ausmaß des Wertes keinen Abbruch. Weder beim Mensch noch beim Wegerich. Letzterer besitzt den Vorteil, dass er zu vielem geeignet ist. Darum kann auch ich mich bemühen.