Vertrauen

Wer sich selbstständig macht, eine Firma gründet oder auch nur eine große Reise unternimmt – der braucht Vertrauen. Noch mehr Vertrauen braucht wohl ein Mensch, der eine römisch-katholische Ordensgemeinschaft gründen will.

Morgengedanken 26.9.2017 zum Nachhören:

Ein Wort, das sofort mit P. Jordan in Verbindung gebracht wird, ist das Wort Vertrauen. Vielleicht war er nicht von Haus aus ein vertrauender Mensch, denn in seinem Geistlichen Tagebuch ermutigt er sich selbst immer wieder dazu.

Schwester Brigitte Thalhammer SDS
ist Provinzleiterin der römisch-katholischen Ordensgemeinschaft der Salvatorianerinnen

Auferstehung im Alltag

Gelegenheiten, Vertrauen zu üben, hatte er mehr als genug: mit 33 Jahren war er ein sehr junger Ordensgründer, ausreichend Geld hatte er selten, seine Visionen sprengten die Vorstellungen der Kirchenleitung und in der schnell wachsenden Gemeinschaft kam es natürlich auch immer wieder zu Schwierigkeiten. Die Frage, wie es denn weitergehen sollte, stellte sich oft. P. Jordan wusste sich allerdings nicht allein mit all seinen Fragen und Nöten. Er war ein zutiefst betender Mensch. Und in dieser innigen Verbundenheit mit Gott vertraute er darauf, dass dieser Gott des Lebens alles umfängt und letztlich zum Guten führen wird. Das bedeutet nicht, dass P. Jordan von Leid verschont blieb – ganz im Gegenteil - aber er wusste sich darin gehalten.

Als Christin formuliere ich es so: Auferstehung geschieht nicht erst am Lebensende – mitten im Alltag können sich neue, ungeahnte Lebensperspektiven eröffnen. Vertrauen gibt unserem Leben eine andere Tiefe – es öffnet und macht weit. Und letztlich ist es eine Frage des Glaubens: Kann ich glauben, dass ein liebendes DU mich und diese Welt umfängt.