„Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei“

Der erste Adventsonntag ist heute, viele haben einen Adventkranz zu Hause und zünden die erste Kerze an. Die Fensterchen des Adventkalenders werden geöffnet, und langsam beginnt man damit, Weihnachtskarten an Freunde und Bekannte zu kaufen und auch zu schreiben. Soweit der traditionelle Advent.

Morgengedanken 3.12.2017 zum Nachhören:

Advent – für die einen die Zeit der Stille, der Besinnung, für die anderen die Vorfreude auf die Geburt des Heilands. Tatsächlich aber für die meisten Menschen die Zeit hektischer Weihnachtseinkäufe für das sogenannte „Fest der Familie“, und das unter permanenter Musikberieselung.

Rotraud Angelika Perner
ist evangelische Theologin und niederösterreichische Hochschulpfarrerin im Ehrenamt

Die echten Geschwister finden

Doch wie geht es denen, die keine Familie haben? Oder nur eine zerstrittene? Oder eine „ehemalige“? Die sich nicht trauen, jemand zu sich einzuladen, weil der oder die ausgezogene Ex nicht nur die Kinder sondern auch alles Geschirr mitgenommen hat? Und die sich dieser, ihrer Schwächung schämen?

Ist es ihnen ein Trost, an die Heilige Familie zu denken – Flüchtlinge, die ohne Hab und Gut vor den Mordsgesellen des Herodes ins Unbekannte zogen? Brauchen wir Hab und Gut um „wer“ zu sein, wie uns die Werbung suggeriert, um uns anderen zumuten zu können? Wer mit Kindern lebt, kennt diese Zwänge – und Negativfolgen. Dann braucht man Beistand! Jemand, der an die Seite tritt und sagt „Vergib ihnen – denn sie wissen nicht, was sie dir antun.“ Das „hässliche kleine Entlein“ im Märchen von Hans Christian Andersen musste auch erst den Hühnern, Hund und Katze entweichen, ehe es seine echten Geschwister, die Schwäne, entdeckte. Besinnen wir uns im Advent, wo unsere echten Geschwister zu finden sind und stehen wir zueinander. Und vergessen wir nicht: Gott ist immer bei uns.