Engel des Gottvertrauens

Schöne Feiertage! Diesen traditionellen Wunsch haben wir wohl alle in letzter Zeit immer wieder und von verschiedenen Seiten gehört. Aber nicht alle hatten oder haben schöne Feiertage: Krankheit, Trauer und Sorgen verschwinden nicht, nur weil der Kalender ein bestimmtes Datum anzeigt.

Morgengedanken 29.12.2017 zum Nachhören:

Vielleicht erleben Sie gerade eine besonders schöne und zufriedene Zeit. Vielleicht aber sind Sie heute mit einer Sorge, einem Schmerz oder beunruhigenden Angst aufgewacht. So bitter das ist, wir können als Menschen den dunklen Seiten des Lebens nicht ausweichen - krank werden, verlassen werden, von jemanden verletzt werden, sich einsam fühlen.

Silvia Habringer-Hagleitner
leitet das Institut für Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz

Zuversicht und Leichtigkeit

Es gibt ein Gebetsritual, das sogenannte Sonnengebet von Sebastian Painadath, das mir in solchen Momenten und Zeiten hilft. Darin heißt es an einer Stelle: „Tiefer kann ich nicht fallen, als in den göttlichen Grund.“ Flach mit dem Bauch auf dem Boden liegend, die Arme weit nach vorne gestreckt, das Gesicht zur Erde – kann ich mich fallen lassen und körperlich erfahren: Ich bin getragen, ich kann den Boden spüren der mich trägt und darin eine alte, religiöse Weisheit finden: Tiefer kann ich nicht fallen, als in den göttlichen Grund.

Ich wünsche Ihnen den Engel dieser Grundgewissheit, den Engel des Gottvertrauens: Dass er Ihnen Zuversicht und Leichtigkeit verleiht – auch in den Tagen, wo Sie seelischen oder körperlichen Schmerz ertragen müssen. Es gibt einen göttlichen Grund, der Sie trägt und hält alle Tage.