Von der grünen Au ins finstere Tal

Menschen, die einen tiefen Glauben haben, sind davon überzeugt: Wer glaubt, ist nie allein. Bruno Almer versucht eine Antwort zu geben auf die Frage, ob man heutzutage Angst haben muss.

Morgengedanken 28.5.2018 zum Nachhören:

Unsere Diözese Graz-Seckau feiert heuer ihr 800-jähriges Bestehen. In diesem Jubiläumsjahr haben wir uns mit Fragen auseinandergesetzt. Eine dieser Fragen lautet „Muss ich heute Angst haben?“

Bruno Almer
ist Referent für Liturgie und Sakramente im Pastoralamt der Diözese Graz Seckau

Tiefes Vertrauen

Angst. Gerade vor neuen Herausforderungen oder vor Veränderungen merke ich, dass ich oft Angst habe. In solchen Situationen denke ich dann an den Psalm 23, in dem es heißt: „Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen. Er lässt mich lagern auf grünen Auen und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.“ In der Bildsprache beschreibt der Psalm, dass Gott sich um uns kümmert. Aber auch die finsteren Täler und das Unheil sind dem Psalm bekannt. Ich bin immer wieder erstaunt darüber, dass es nicht einfach heißt: Verschone uns von allem Übel! Nein, es heißt hier: Wenn ich einmal finstere Täler oder Unheil erfahren muss, dann fürchte ich mich nicht, weil Du, Gott, bei mir bist.

Es ist ein tiefes Vertrauen, das hier zum Ausdruck gebracht wird. Als glaubender Mensch werde ich mit Herausforderungen und Problemen genauso zu kämpfen haben wie auch andere, aber ich darf gewiss sein, dass Gott mich in meiner Angst begleiten und mich nicht allein lassen wird.