Jugend-Stil

Heuer, zum 500. Geburtstag der Kärntner Landeshauptstadt, rückt Klagenfurt in den Mittelpunkt von Andrea Nageles Betrachtungen.

Morgengedanken 30.9.2018 zum Nachhören:

Die Geschichten, die ich schreibe, fallen mir meist bei Spaziergängen durch die Parkanlagen in Klagenfurt ein. Ich komme vorbei am Stadttheater, und etwa 100 Meter weiter steht das für die bildende Kunst wichtige Künstlerhaus. Und dann gibt es noch einen Kleinstpavillon aus derselben Zeit und im gleichen Stil, der zumeist übersehen wird. Zu sehr befindet er sich im Schatten der großen Geschwister.

Andrea Nagele
ist Psychotherapeutin und Krimiautorin in Klagenfurt

Kleine Bühne

Vom Wiener Architekten Franz Baumgartner wurde der Pavillon 1913 ursprünglich als öffentliche Pissoiranlage errichtet. Bis vor 10 Jahren diente er als Eissalon mit Gassenverkauf, bis das kleine Bauwerk zur Theaterbühne wurde und es sogar ins Guinness Buch der Rekorde geschafft hat.

Neben Theaterstücken finden dort trotz der Minifläche musikalische Abende, Kindertheater, Lesungen, Ballett und Kabarett ihren Platz. Alle Besucher sitzen in der ersten Reihe, ich auch, wenn ich mir Geschichten anhöre oder anschaue, sofern ich einen Platz bekomme. Dann denk ich mir: Für große Geschichten reichen auch kleine Bühnen.